Nato-Gipfel
Afghanistan-Konferenz nächstes Jahr in Bonn

Im kommenden Jahr soll es in Bonn eine Afghanistan-Konferenz geben. Das wurde jetzt beim Nato-Gipfel in Lissabon bekannt. Die Regierungschefs haben sich zudem auf ein Konzept für den Afghanistan-Abzug verständigt und über eine gemeinsame Raketenabwehr geeinigt.
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HB LISSABON. Zehn Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes soll im November 2011 auf einer großen politischen Konferenz in Bonn das weitere Vorgehen am Hindukusch beraten werden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai habe am Freitag auf dem Nato-Gipfel in Lissabon die Bereitschaft Deutschlands begrüßt, die internationale Konferenz auszurichten, hieß es aus Diplomatenkreisen. Das Treffen wird voraussichtlich auf Ebene der Außenminister stattfinden.

Nach der Einigung auf eine gemeinsame Raketenabwehr und ein neues Strategisches Konzept hat die Nato am Samstag zduem die Weichen für den Afghanistan-Abzug gestellt. Bis Ende 2014 soll die Verantwortung für die Sicherheit im Land an die afghanische Armee und Polizei übergeben werden. Das geht aus einem Nato-Gipfeldokument hervor, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Karsai hatte zuvor die Übergabe der Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 gefordert.

Der Übergabeprozess soll Anfang 2011 beginnen. Allerdings werden internationale Truppen wohl auch nach 2014 am Hindukusch bleiben. Im kommenden Jahr sollen die ersten der 130 000 Soldaten das Land verlassen. Die Bundesregierung will spätestens ab 2012 ihr Kontingent von derzeit 5 000 Truppen zurückfahren.

Damit am Hindukusch kein Sicherheitsvakuum entsteht, wird der Aufbau der einheimischen Streitkräfte vorangetrieben. Zudem unterschreiben Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und Karsai am Samstag eine politische Absichtserklärung, in der sich die Nato zu einem langfristigen Engagement für die Sicherheit in Afghanistan verpflichtet.

Auf einem Nato-Russland-Rat will die Nato im Anschluss ihre Partnerschaft mit Moskau vertiefen. Dabei geht es insbesondere um eine Einbeziehung Russlands in die Raketenabwehrpläne des Nordatlantikpaktes. "Die Zusammenarbeit mit Russland wird ein Meilenstein", sagte Merkel. "Aus einem ehemaligen Gegner wird jetzt erkennbar ein Partner." Dies sei ein "historischer Wechsel".

Zugleich warnte die Kanzlerin vor zu hohen Erwartungen an die neue Zusammenarbeit. Es liege noch ein langer Weg vor der Nato, gemeinsam mit Russland mehr Sicherheit zu schaffen. "Aber, dass der Weg überhaupt eingeschlagen wird, ist von außerordentlicher Bedeutung."

Die Nato steht nach Ansicht von Merkel zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges vor veränderten sicherheitspolitischen Herausforderungen. Heute müsse sich das Bündnis gegen Terrorismus und die Folgen zerfallener Staaten wappnen, sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Noch bis Samstagmittag nimmt die Kanzlerin am Nato-Gipfel teil.

Mehr als 300 000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr hätten bereits Einsätze im Ausland absolviert, sagte Merkel in ihrem Videopodcast. "Daran sieht man, dass sich die Aufgaben der Bundeswehr massiv verändert haben." Deswegen müsse die Bundeswehr nun auch strukturell auf die neuen Herausforderungen vorbereitet werden. Das bedeute "viel Veränderung", sagte Merkel mit Blick auf die geplante Aussetzung der Wehrpflicht.

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  • Afganistan wird nach dem Abzug aller Soldaten innerhalb von Monaten den Taliban in die Hände fallen. Wären die Taliban intelligent und würden die Waffen ruhen lassen, dann wäre das Geschrei nach Abzug der Soldaten sofort da. Das bW Soldaten
    eigschlossen werden und von jedem Nachschub abgeschnitten sind und dann 3 Tote und zig Verletzte beklagen nach 9 Stunden Kampf ist der Unfähigkeit der Deutschen Führung anzuhängen. Wir sind nicht in Stalingrad und in 9 Stunden steh ich mit dem Auto in Kärnten. Mit Hubschraubern in 3 Stunden. Wieviel tausend KM sind unsere Soldaten vom Kamp entfernt gewesen das sie so dermaßen abgeschnitten waren. Hier schreit alles nach Unfähigkeit des Verteidigungsministers.Die Amerikaner rufen sofort nach Luftunterstützung, die Führung Deutschland bestellt Särge.

    Alter Soldat

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