Nato konzentriert sich erstmal auf Afghanistan
Bei Nato-Gipfel bleibt Irak am Rande

Das heftig umstrittene Thema Irak im transatlantischen Bündnis ist zwar noch nicht wirklich entschärft, wird aber vom bevorstehenden Nato-Gipfel am 28. und 29. Juni in Istanbul ferngehalten. Außerdem wurde der Gipfel schon eines sehr speziellen Höhepunktes durch den Terminkalender von US-Präsident George W. Bushs beraubt.

HB BRÜSSEL. Einen militärischen Einsatz der Allianz im Irak, das scheint nach dem G8-Gipfel sicher, steht nicht zur Debatte. US-Präsident George W. Bush, dessen Emissäre die Nato wieder und wieder zum Engagement im Irak gedrängt hatten, hat dieses Unternehmen abgeblasen: „Ich erwarte kein Truppenangebot der Nato. Das ist unrealistisch.“

Mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, in den Nato-Reihen einer der entschiedensten Gegner des Irak-Krieges, wäre Bush vielleicht ins Geschäft gekommen. „Wir machen nicht mit, aber an uns soll es nicht scheitern“, lautet die Berliner Devise. Aber Frankreichs Präsident Jacques Chirac stellt sich quer. Jede Einmischung der Nato in dieser Region trage das Risiko einer Konfrontation des christlichen Westens gegen den islamischen Orient, dozierte Chirac als einer von Bushs Gästen beim G8-Gipfel. „Wir haben daher klar gemacht, dass wir einen derartigen Einsatz der Nato nicht akzeptieren können.“

Damit dürfte dieses Thema in der Allianz der 26 Staaten erst einmal vom Tisch sein. Diplomaten im Brüsseler Nato-Hauptquartier berichten, ohnehin sei offiziell nie über einen Irak-Einsatz gesprochen worden. Nach der Zerreißprobe noch vor dem Kriegsgang der US-geführten Koalition hatte die Nato dieses heiße Eisen nicht mehr anfassen wollen.

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