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20.11.2008 
Piraterie

Nato lehnt Führungsrolle im Piratenkampf ab

Die internationale Gemeinschaft ist von einem einheitlichen Vorgehen im Kampf gegen die Piraten vor der Küste Somalias offenbar noch weit entfernt. Dass Handlungsbedarf besteht ist unstrittig. Während Russland gezielte Militärschläge favorisiert, sieht die Nato vor allem Afrika am Zug, das Problem anzugehen.

Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer sieht Afrika am Zug. Foto: ReutersLupe

Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer sieht Afrika am Zug. Foto: Reuters

HB ACCRA/KAIRO/MOSKAU. Die afrikanischen Staaten müssen nach Ansicht der Nato bei der Bekämpfung der Piraterie in ihren Gewässern die Führung übernehmen. Die Allianz sei bereit, Hilfe bei der Verbesserung der Sicherheitslage zu leisten, sagte Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer am Donnerstag bei einem Besuch in Ghana, ohne das Piratenproblem direkt anzusprechen. Insbesondere könne dies im Bereich der Ausbildung der Sicherheitskräfte geschehen. De Hoop Scheffer reagierte auf Forderungen des ghanaischen Verteidigungsministers Albert Kan-Dapaah nach einer engeren Zusammenarbeit der Nato mit afrikanischen Organisationen bei der Piratenbekämpfung und anderen Sicherheitsproblemen.

Regierungsvertreter von sechs arabischen Staaten kamen indessen zu einem Krisentreffen in Kairo zusammen, um über eine gemeinsame Strategie gegen die Piraten vor Somalia zu beraten. Zu den Vorschlägen gehören ein gemeinsames Beobachtungszentrum, gemeinsame Seemanöver und ein Warnsystem für Schiffe, die das Rote Meer passieren, wie der ägyptische Diplomat Wafaa Bassem mitteilte. Ägypten ist besorgt, dass die Zunahme der Piraterie vor der somalischen Küste die internationalen Reeder dazu veranlassen könnte, den Suez-Kanal zu meiden und nach Ausweichrouten zu suchen.

Der Botschafter Russlands bei der Nato hatte am Vortag die Nato aufgefordert, gegen die Landstützpunkte somalischer Piraten vorzugehen. Die Seeräuber haben in den vergangenen Wochen immer größere Schiffe gekapert. Zahlreiche Nato-Kriegschiffe sind inzwischen in der Region im Einsatz. Auch die Bundeswehr beteiligt sich.

Russland kündigte unterdessen an, weitere Kriegsschiffe vor die Küste Somalias zu beordern. „Das erfordert die Lage, die sich am Horn von Afrika und im Golf von Aden durch die Aktivitäten der Piraten akut zugespitzt hat“, sagte Marine- Befehlshaber Wladimir Wyssozki der Agentur RIA Nowosti in Moskau. Ende September hatte die russische Militärführung das Küstenwachschiff „Neustraschimy“ zur somalischen Küste geschickt. Dies geschah, nachdem Piraten einen ukrainischen Frachter mit 30 Panzern an Bord gekapert hatten.

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