Nato
Minister sind sich einig über tiefe Sparschnitte

Die geplante europäische Raketenabwehr stört den Hausfrieden innerhalb der Nato, einig sind sich die Mitgliedstaaten jedoch darin, dass das Verteidigungsbündnis sparen muss. Weiterer Ärger könnte allerdings nach dem Nato-Gipfel im November ins Haus stehen.
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HB BRÜSSEL. Die Verteidigungsminister der 28 Nato-Staaten haben sich auf tiefgreifende Reformen in der Organisation des Nordatlantischen Bündnisses geeinigt. Sie stimmten am Donnerstag in Brüssel einem Vorschlag von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zur Abschaffung von Nato-Hauptquartieren und der Zusammenlegung von Nato-Agenturen zu. Dies sagten Nato-Diplomaten.

Um Mittel für ihre ehrgeizigen Pläne eines gemeinsamen europäischen Raketenabwehrschilds freizuschaufeln, der vor allem Deutschland und Frankreich entzweien, spart die Nato bei der Verwaltung. Künftig soll es statt bisher elf nur noch maximal sieben Hauptquartiere geben. Die Zahl der dort Beschäftigten soll von 12 500 auf unter 9000 sinken. Auch soll die Zahl der Nato-Agenturen von 14 auf drei verringert werden. Die Frage, welche Standorte von den Kürzungen betroffen sein werden, soll erst später entschieden werden - nach dem Gipfel im November. Dann könnte der nächste Ärger ins Haus stehen.

Diplomaten sagten, obwohl die Standortfrage ausdrücklich ausgeklammert wurde, habe Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin sich für die Beibehaltung des Nato-Oberkommandos für Transformation in Norfolk/Virginia (USA) ausgesprochen. US- Verteidigungsminister Robert Gates habe gesagt, auch er wolle Standortfragen nicht vorgreifen - er sei aber dafür, dass aus politischen Gründen die Nato auch künftig in der Türkei mit einem Hauptquartier vertreten sein müsse.

In Deutschland gibt es mit dem Headquarters Allied Force Command Heidelberg und dem Headquarters Allied Air Command Ramstein zwei Hauptquartiere der Nato. Die Zentrale der AWACS-Flotte der Nato in Geilenkirchen zählt offiziell nicht als Hauptquartier.

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