Nato-Raketenschild
Bush bietet Putin Gespräche über Raketenschild an

US-Präsident George W. Bush hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über den umstrittenen Raketenschutzschild angeboten. Nach russischen Angaben erklärte Bush in einem Telefongespräch mit Putin, er sei bereit, Russland über Details des Abwehrsystems zu informieren.

HB BERLIN. Putin habe seinerseits dem US-Präsidenten die Bedenken der russischen Regierung gegen die geplante Stationierung von US-Raketen in Polen dargelegt, teilte die Regierung in Moskau am Mittwoch weiter mit. Bush habe sich im Interesse der gemeinsamen Sicherheit bereit erklärt, Details zu erörtern. Dies sei von Putin mit Befriedigung registriert worden, hieß es in der russischen Regierungsmitteilung.

Unterdessen erklärte ein hochrangiger US-General, der geplante Raketenschutzschild liege auch im militärischen Interesse Russlands. „Abgedeckt werden Frankreich, Deutschland, Italien, alle Länder, die geschützt werden müssen; dazu sogar Westrussland“, sagte der Chef der amerikanischen Raketenabwehr, Generalleutnant Henry Obering, in einer Vorabmeldung der Wochenzeitung „Die Zeit“. Obering wies Bedenken des russischen Außenministers Sergej Lawrow zurück, die geplanten Abschussbasen könnten auch für einen Angriff auf Russland genutzt werden. Obering erklärte, dass in Polen stationierte Abfangraketen nicht gegen russische Interkontinentalraketen einsetzbar seien. „Die können sie nicht erwischen“, bekräftigte Obering.

Die tschechische Regierung kündigte zudem die Aufnahme offizieller Verhandlungen mit den USA über den Aufbau des umstrittenen Raketenabwehrsystems an. Darauf habe sich die Regierung verständigt, teilte Ministerpräsident Mirek Topolanek mit. Die Verhandlungen über eine Radarstation nahe Prag könnten bis Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden, hieß es aus Regierungskreisen. Das Parlament würde Anfang 2008 über das Projekt abstimmen.

Ministerpräsident Topolanek sagte, dass Tschechien die Einbindung des Raketenschilds in ein umfassendes Nato-Raketenabwehrsystem befürworte. „Wir sehen, dass ein solches System notwendig ist“, erklärte Topolanek. Tschechien würde bei den USA darauf drängen, die Radarstation in ein solches System einzubinden. Einige europäische Nato-Staaten hatten kritisiert, dass Prag mit den USA auf bilateraler Basis Gespräche führe, nicht aber mit den Partnern innerhalb der Nato.

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