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31.03.2008 
Gipfel in Bukarest

Nato streitet über Beitrittswünsche

Ein Jahr vor ihrem 60. Gründungsjubiläum präsentiert sich die Nato zerstritten. Wenn die Staats- und Regierungschefs des transatlantischen Bündnisses zu ihrem Gipfel von Mittwoch bis Freitag in Bukarest zusammenkommen, sind Spannungen über den Umgang mit den Beitrittswünschen der Ukraine und Georgiens sowie über die künftige Militärstrategie in Afghanistan programmiert.

Die Nato kommt in Bukarest zum Gipfel zusammen. Foto: ArchivLupe

Die Nato kommt in Bukarest zum Gipfel zusammen. Foto: Archiv

HB BERLIN. Selbst die allseits gewünschte Einladung Albaniens, Kroatiens und Mazedoniens zur Mitgliedschaft droht am Veto Griechenlands zu scheitern. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich die Nato um zehn Mitglieder im Osten erweitert, und sie will weiter wachsen.

Albanien, Kroatien und Mazedonien erfüllen die Bedingungen für eine Mitgliedschaft und könnten die Eintrittskarte bekommen - wenn da nicht der Streit mit Griechenland über den Namen der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien wäre. Griechenland verlangt eine Umbenennung, denn es fürchtet, dass Mazedonien aus seinem Namen territoriale Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz ableiten könnte.

Offen ist, inwieweit Kroatien und Albanien in "Geiselhaft" genommen werden und ebenfalls auf ihr Einladungsschreiben warten müssen, falls die Mazedonien-Frage nicht gelöst wird. Deutschland zumindest zöge eine Lösung vor, bei der alle drei gleichzeitig willkommen geheißen werden.

Ein Riss geht durch die Nato in der Frage, wie sie die Beitrittsaspiranten Georgien und Ukraine behandeln soll. Während die USA, Kanada und die osteuropäischen Bündnispartner darauf dringen, beide in das Vorbeitrittsprogramm aufzunehmen, lehnen Deutschland und andere westliche Nato -Mitglieder dies ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte erst kürzlich auf der Bundeswehr -Kommandeurtagung, es sollten nur Staaten in die Nato aufgenommen werden, die nicht selbst in innere Konflikte verstrickt seien und in denen es eine "qualitativ bedeutsame Unterstützung der Bevölkerung" für einen Beitritt zu dem transatlantischen Verteidigungsbündnis gebe.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hintergrund der Vorbehalte gegen ein Beitrittsversprechen ist auch die Sorge, Russland weiter zu verprellen

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