Nato verstärkt Truppen
Neue Spannungen im Kosovo

Die Nato hat entschieden, zusätzliche Truppen in die südserbische Provinz Kosovo zu schicken, um nach den schwersten Unruhen seit fünf Jahren zwischen Serben und Albanern im Kosovo für Ruhe zu sorgen. Die Spannungen hielten unterdessen unvermindert an.

HB BELGRAD/PRISTINA/BRÜSSEL. Mehrere zehntausend Albaner und Serben demonstrierten erneut im Kosovo und in Belgrad gegen die jeweils andere Volksgruppe. Wegen der blutigen Zusammenstöße setzte die Nato für die Friedenstruppe KFOR 400 zusätzliche Soldaten aus Bosnien in die Krisenprovinz in Marsch. In New York wollte der UN-Sicherheitsrat am Abend über die Lage im Kosovo beraten.

Die Unionsparteien und Grüne in Berlin warnten vor einem weiteren Abbau der internationalen Sicherheitskräfte in der südserbischen Provinz. Vor fast genau fünf Jahren, am 24. März 1999, hatte die Nato begonnen, das brutale Vorgehen des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic gegen die Albaner im Kosovo mit militärischer Gewalt zu beenden.

In der Kosovo-Regionalhauptstadt Pristina und in Pec versammelten sich Zehntausende und riefen nach der aufgelösten albanischen Untergrundarmee UCK. In Belgrad skandierten Tausende von nationalistischen Serben Aufforderungen zum Mord an Albanern. Ausländische Botschaften wurden mit Steinen beworfen, die kroatischen Vertretungen evakuiert. In der ethnisch geteilten Stadt Kosovoska Mitrovica durchbrachen Albaner erneut eine Sperre der UN-Polizei und drangen in serbische Stadtteile vor. Erst der Einsatz der internationalen Schutztruppe KFOR, die Schießbefehl zum eigen Schutz erhielt, konnte die aufgebrachten Demonstranten zerstreuen.

Die UN-Polizei habe 61 Verletzte, die KFOR 17 verwundete Soldaten zu beklagen, teilte die UN-Verwaltung (UNMIK) in Pristina mit. Unter den verletzten Polizisten war auch ein Beamter aus Bayern. Großbritannien will die KFOR mit zunächst 200 Soldaten verstärken.

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