0 Bewertungen
10.10.2008 
Isaf darf gegen Drogenhändler vorgehen

Nato weitet Drogenkampf in Afghanistan aus

Die Nato hat sich auf einen verstärkten Kampf gegen die Produktion von Opium in Afghanistan geeinigt. Die deutschen Soldaten im Norden des Landes werden nach Aussage von Verteidigungsminister Jung allerdings nicht selbst aktiv vorgehen, sondern die afghanische Polizei nur unterstützen.

Einigung in Budapest: Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Foto: ReutersLupe

Einigung in Budapest: Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Foto: Reuters

HB BUDAPEST. Die Nato weitet den Kampf gegen die Produktion von Opium in Afghanistan aus. Die Verteidigungsminister der 26 Nato- Staaten einigten sich am Freitag in Budapest darauf, dass Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf Laboratorien zerstören dürfen, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird. Das bestätigte Nato-Sprecher James Appathurai. „Die Isaf kann in Zusammenarbeit mit den Afghanen gegen Einrichtungen und Personen, die den Aufstand unterstützen, vorgehen, sofern die Zustimmung der betreffenden Nationen vorliegt“, sagte er.

Grundlage für ein solches Vorgehen seien eine Anforderung der afghanischen Regierung, die einschlägigen UN-Resolutionen und der Isaf-Operationsplan. Dieser müsse nicht geändert werden. Nach Angaben von Diplomaten sollen laut Beschluss der Verteidigungsminister bei den Einsätzen „zivile Opfer vermieden“ werden. Außerdem solle die Intensivierung der Drogenbekämpfung in „Prioritätsgebieten“ erfolgen. Dies bedeute, dass vor allem im Süden, wo besonders viel Schlafmohn angebaut ist, mit solchen Aktionen zu rechnen sei, hieß es. Die rund 3 300 deutschen Soldaten der Isaf sind im Norden des Landes stationiert.

Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung betonte jedoch, die deutschen Soldaten im Norden des Landes würden die afghanischen Sicherheitskräfte weiterhin nur unterstützen und nicht selbst aktiv vorgehen. Andere Länder wie die USA und Großbritannien könnten dagegen wie von ihnen gefordert künftig stärker gegen die Rauschgiftproduktion agieren. Der Operationsplan der Nato werde wegen des Kompromisses nicht geändert. Die Entscheidung habe auch keine Auswirkungen auf das Bundestagsmandat für Afghanistan, sagte Jung.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

Wie Berlin das EU-Konjunkturpaket torpediert 

20.11.2008Global Reporting

130 Milliarden Euro soll das Konjunkturpaket kosten, das die Brüsseler EU-Kommission nächste Woche präsentiert. Die Zahl ist mit Vorsicht zu genießen, denn sie kommt aus Berlin. Die Bundesregierung steht seit einigen Wochen auf Kriegsfuss mit der EU. Blog


weiterMadagaskar

Südkorea mietet Madagaskar 

19.11.2008Madagaskar

Die Lebensmittelknappheit führt zu merkwürdigen Geschäften, die nach Neokolonialismus riechen: Der südkoreanische Konzern Daewoo mietet auf 99 Jahre in Afrika ein Stück Agrarland, halb so groß wie Belgien. Und das auf Madagaskar. Blog