Nazak Afshar
Iran lässt französische Botschaftsmitarbeiterin frei

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy teilte am Dienstag mit, dass eine der beiden seit Tagen inhaftierten Mitarbeiterinnen der französischen Botschaft freigelassen worden ist. Auch im Konflikt um die noch inhaftierte Clotilde Reiss deutete der Iran Kompromissbereitschaft an.

HB PARIS. Frankreich dankte Syrien und der EU für ihre Unterstützung bei der Freilassung der Franco-Iranerin Nazak Afshar. Präsident Nicolas Sarkozy habe mit Afshar nach ihrer Haftentlassung telefoniert, teilte der Élyséepalast mit. Die 50-jährige Botschaftsangestellte war am 6. August festgenommen worden, weil sie in E-Mails über Demonstrationen gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad berichtet hatte.

Weiter in Haft bleibt die 24-jährige Sprachlehrerin Reiss, der im Iran wegen Spionage und Verwicklung in die Proteste nach der Wahl der Prozess gemacht wird. Die seit Anfang Juli inhaftierte Reiss müsse ebenfalls umgehend freigelassen werden, forderte Sarkozy. Teheran bot an, Reiss bis zum Urteil in der französischen Botschaft unterkommen zu lassen. Allerdings gab der Iran keine Garantie, dass Reiss danach nicht ins Gefängnis zurück muss. „Der Richter entscheidet“, erklärte der iranische Botschafter in Paris, Seyed Mehdi Miraboutalebi, dem Sender RFI.

Paris habe auf das Angebot der vorläufigen Freilassung von Reiss nicht geantwortet, erklärte Miraboutalebi. Er warf Clotilde Reiss vor, nach Ablauf ihres nur einen Monat gültigen Visums weitere vier Monate illegal im Iran geblieben zu sein. Teheran habe „ohne es an die Öffentlichkeit zu bringen eine einvernehmliche Lösung“ gesucht. „Leider haben unsere französischen Freunde nicht die nötige Geduld aufbringen wollen“, sagte Miraboutalebi. Paris habe die Affäre vor „Eintreten der juristischen Lage“ publik gemacht.

Der französische Regierungssprecher Luc Chatel erklärte: „Clotilde Reiss ist unschuldig und Opfer eines Schauprozesses.“ Neben Reiss sitzen in dem Prozess gegen mehr als 100 Angeklagte auch ehemalige Regierungsmitglieder sowie iranische Mitarbeiter der französischen und britischen Botschaften auf der Anklagebank. Einigen Angeklagten wird auch Verschwörung zum Umsturz vorgeworfen; ihnen droht deshalb die Todesstrafe.

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