Nazi-Vergleich als sehr ernst bezeichnet
EU-Kommission kritisiert Berlusconis Ausfall heftig

Die EU-Kommission hat den vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi angestellten Vergleich eines deutschen Europa-Abgeordneten mit einem KZ-Aufseher als sehr ernsten und bedauerlichen Vorfall kritisiert.

Reuters BRÜSSEL. „Dies ist ein sehr ernster Zwischenfall und natürlich hätte jeder hier und in der Kommission es vorgezogen, wenn es dazu nicht gekommen wäre“, sagte Kommissionssprecher Reijo Kemppinen am Donnerstag in Brüssel. Er war zunächst den hartnäckigen Fragen von Journalisten noch ausgewichen und hatte gesagt, die Kommission habe keinen Kommentar dazu, bevor er dann von einem „ernsten Zwischenfall“ sprach. Die Kommission wird sich am Freitag mit Berlusconi und seiner Regierung treffen, nachdem Italien am Dienstag die halbjährige EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat. Der Eklat solle dabei aber nach dem Willen der Kommission nicht thematisiert werden, sagte der Sprecher weiter.

Berlusconi hatte am Mittwoch vor dem Europa-Parlament in Straßburg erklärt, er könne sich den SPD-Europaabgeordneten Martin Schulz in der Rolle des Aufsehers in einem Film über ein Nazi-Konzentrationslager vorstellen. Später sagte er, es habe sich lediglich um Ironie gehandelt, und er habe das deutsche Volk nicht beleidigen wollen. Eine Entschuldigung bei Schulz lehnte er am Mittwoch jedoch ab.

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