Negativbeispiel Argenitinien
Rato will bei Kreditvergabe strikter sein

Die Kreditvergabe des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll strikter werden. Das sagte der neue Direktor Rodrigo Rato vor den 184 Gouverneuren von IWF und Weltbank am Sonntag in Washington.

HB WASHINGTON. „Wir brauchen einen Fonds, der auch Nein sagen kann„, sagte Rato. „Die Aussicht, dass der Fonds finanzielle Unterstützung verweigert, würde die Anreize zur soliden Politik stärken und damit Fonds-Unterstützung von vornherein unnötig machen.“

Rato bezeichnete die umfangreichen Kreditlinien der vergangenen Jahre im Großen und Ganzen als Erfolg. So seien Mexiko 1995, Korea 1997 und in jüngster Zeit die Türkei und Brasilien erfolgreich stabilisiert worden. Argentinien erwähnte Rato nicht. In einer hauseigenen Untersuchung hatte der IWF sein Argentinien-Engagement in diesem Sommer selbst kritisiert. Die Kredite seien zu lange aufgestockt worden, ohne von Buenos Aires dringende Korrekturen der Wirtschaftspolitik zu verlangen. Argentinien erklärte Ende 2001 seine Zahlungsunfähigkeit. Argentinien, die Türkei und Brasilien nehmen zur Zeit zusammen 70 % der IWF-Kredite in Anspruch.

Aus Geberländern kommt die Forderung, den IWF stärker als Berater aufzustellen und weniger als Kreditgeber, der garantiert einspringt, wenn den Kapitalmärkten das Risiko zu groß ist (lender of last resort). Unter anderem arbeitet der IWF an neuen Programmen, die nur noch technische Hilfe und Beratung anbieten. Bislang sind alle IWF-Programme mit Kreditlinien verbunden.

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