Netz-Reaktionen
Entsetzen über Ausgang der Griechenland-Wahl

Der Ausgang der Parlamentswahlen in Griechenland beschäftigt auch die sozialen Medien. Bei Twitter zeigten sich Griechen und andere Europäer vor allem über den Erfolg der rechtsradikalen Partei „Goldene Morgenröte“ entsetzt.
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Hunderte Tweets liefen seit Sonntagnachmittag unter dem Hashtag #Greece2012 bei Twitter ein. Vor allem über den Einzug der rassistischen, ausländerfeindlichen und faschistischen Partei „Golden Dawan“ ins Parlament herrschte Entsetzen - ebenso wie über ein YouTube-Video, das die Parteiführung bei ihrer ersten Pressekonferenz nach der Wahl zeigt.

Auch @MichaelEconomo äußerte sich betroffen über die Geschehnisse: Er verstehe nicht, wie Griechenland für „Golden Dawn“ stimmen könne – nach allem, was die deutschen Nazis dem Volk im Zweiten Weltkrieg angetan hätten, schreibt der Twitterer. @didepux zwitscherte, sie schäme sich für ihre Landsleute, die den Rechten sieben Prozent geschenkt hätten.

Am Tag nach der Wahl twitterte @HolmRebekka, die Morgendämmerung sei für sie ganz und gar nicht „golden“ gewesen. Europa sei seit Sonntag „ein kleines bisschen schlimmer“ geworden. Und @dpaneras konstatierte, der Ausdruck „griechischer Neonazi“ betäube die Sinne eines jeden, der auch nur über oberflächliche Geschichtskenntnisse verfüge. Für die Internetseite „Greek Reporters“ ist der Erfolg der „Golden Dawn“-Partei schlicht ein „Schock für die Demokratie“.

@ddimitriadis versucht indes, dem Ausgang der Wahl etwas Witziges abzugewinnen: „Die griechischen Parteien sollten ihren Beziehungsstatus auf Es ist kompliziert ändern“, schreibt der Twitterer in Bezug auf die Angaben, die Nutzer in ihrem Facebook-Profil machen können. @AMiloshoski vergleicht die griechischen Wahlen mit einem Politik-Thriller: „Schreckliche Nervosität mit unvorhersehbarem Ende.“ 

Auf der englischsprachigen Facebook-Seite der Athener Morgenzeitung „Kathimerini“ ist der Nutzer Dean Plassaras in den Kommentaren besonders aktiv. Der Ausgang der Wahl sei eine Ohrfeige für die deutsche Bundeskanzlerin, meint Plassaras. Sein Fazit: „Griechisches Volk vs. Angela Merkel: 1:0.“

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

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  • @Ihr. Ob Sie das nun faul nennen oder anders: griechische Arbeitnehmer und Beamte arbeiten weniger und ineffektiver als Deutsche. Das ist Fakt, auch wenn es nicht gefällt. Der Maßstab hierfür heißt Produktivität.
    Sie als Sühne-Masochist suchen eine Möglichkeit, sich in jeder, aber auch wirklich jeder Situation schuldig fühlen zu dürfen. Deshalb konstruieren Sie so gewagt, dass Merkel für den griechischen Rechtsruck verantwortlich sei. Die Kassen sind leer, weil missgewirtschaftet wurde. Die EU übernimmt den Auslandsschuldendienst der Griechen auf Kosten der europäischen Steuerzahler und zugunsten des griechischen Volks – aber die deutschen Medien und Merkel sind schuld. Toll!
    Und was verstehen Sie unter ehrlicher Freundschaft… das ist ein dehnbarer Begriff, wenn man bedenkt, dass die Griechen längst ein unschönes Wort für die naiven Europäer haben, die ungeprüft jahrzehntelang Geld überwiesen haben: Koutófranko (dummer Franke). Das sind mir schöne Freunde, die mich so nennen.
    Mit den gesunkenen Refinanzierungskosten hat das Ganze dann gleich gar nicht mehr zu tun. Denn die sind so stark gesunken, weil fremde Anleger ihr Geld nach Deutschland bringen und nicht weil womöglich Griechen ihre Schulden bezahlen. Übrigens ist unter dem vielen Geld fremder Anleger auch das viele Geld der Griechen. Die bringen erst ihr Geld sicher bei deutschen Banken und Immobilien unter, um sich hinterher über das vermeintlich reiche Deutschland zu monieren.
    Abgesehen davon sind die deutschen Gewinne aus der Krise nicht die Gewinne der Bürger. Die dürfen dafür aber die Verluste, z.B. von der Hypo Real Estate tragen. Das alles kommt bei Ihnen schlicht nicht vor. Nur die Schuld der deutschen Medien und der von Merkel.

  • Nun ja, das ist mal wieder typisch: Unzählige linksradikale und Altstalinisten ziehen ins griechische Parlament ein. In den letzten Jahren wurden ganze Innenstädte von militanten Linksextremisten geschleift und diese Kräfte sind wohlintegriert in die griechische Gesellschaft (Parteien, Gewerkschaften, Unis, etc). Aber kaum ziehen ein paar Nazi-Spinner ins Parlamenet und sofort jammern die Gutmenschen das Ende der Demokratie herbei. Was soll man dazu noch sagen? Vielleicht das: "Erlangt erstmal Eure Glaubwürdigkeit zurück, indem Ihr Euch gegen ALLE radikalen Kräfte empört und nicht nur "Gegen Rechts".

  • Es ist bezeichnend daß die öffentliche Wahrnehmung sich stets nur an den nationalistischen Sozialisten stört - und weit weniger Gefahr seitens der roten Sozialisten sieht.
    Wir sollten mal nicht vergessen daß BEIDE Weltanschauungen in Europa für Millionen Tote und unsägliches Unrecht verantwortlich sind. Die Frage welche dieser beiden unsäglichen kollektivistischen Ideologien nun menschenverachtender ist - kann ja wohl kaum geeignet sein die "weniger schlimme" gesellschaftsfähig zu machen.

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