Neu geschaffener Posten
Negroponte wird US-Geheimdienstdirektor

Der US-Botschafter im Irak, John Negroponte, ist von US-Präsident George W. Bush überraschend zum neuen Nationalen Geheimdienstdirektor ernannt worden.

HB WASHINGTON. Die Besetzung dieses neu geschaffenen Postens sei ein „historischer Moment in der Geschichte der Geheimdienste“, betonte Bush am Donnerstag in Washington. Negroponte verstehe die Sicherheitsinteressen der USA besonders gut, weil er international sowie jetzt in Bagdad viele Erfahrungen habe sammeln können.

Der US-Kongress hatte Ende 2004 eine umfassende Geheimdienstreform verabschiedet. Der neue Geheimdienstchef soll nun die Arbeit der 15 verschiedenen US-Dienste koordinieren und lenken. Insbesondere bei der Analyse der Anschläge vom 11. September 2001 sowie den im Nachhinein nicht haltbaren Begründungen des Irak-Kriegs mit der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen waren die US- Geheimdienste heftig kritisiert worden.

Der 65-jährige Negroponte, der auch bei den oppositionellen Demokraten hohes Ansehen genießt, war vor seinem Posten in Bagdad Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen in New York. Der erfahrene Diplomat und Sicherheitsexperte gilt als „starker Mann“, der insbesondere die zahlreichen Sonderinteressen des Pentagon und des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in den Griff bekommen soll.

Der Posten des neuen Geheimdienstchefs ist allerdings auf Grund der Kritik von CIA und Pentagon nicht so machtvoll wie ursprünglich von Bush geplant. Er soll zwar dafür sorgen, dass die Geheimdienste nicht wie bisher konkurrieren, sondern stattdessen verstärkt Informationen austauschen. Aber seine Aufgaben dienen mehr der effizienten Koordination.

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