Neuauszählungen nicht ausgeschlossen
Komplizierte Kalifornien-Wahl mit 135 Kandidaten

Die Bürger von Kalifornien haben es mit einer komplizierten Wahl zu tun. Wegen der 135 Kandidaten in per Los bestimmter Reihenfolge und den rund zwei Millionen auszuwerten Stimmen per Briefwahl könnte ein zuverlässiges Ergebnis aus sich warten lassen.

HB WASHINGTON. Zunächst mussten sie auf ihrem Wahlzettel markieren, ob Davis abgesetzt werden solle oder nicht. Zugleich galt es, aus einer Liste von 135 Kandidaten den Nachfolger für den Fall einer Abwahl des Amtsinhabers zu bestimmen. Die Namen der Bewerber tauchten auf dem Wahlzettel alphabetisch geordnet auf, aber nicht von A bis Z. Über die Reihenfolge war zuvor per Los entschieden worden.

Für eine Abwahl von Davis war mindestens eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Stimme nötig. Für die Bestimmung des möglichen Nachfolgers reichte eine einfache Mehrheit aus. Wegen der „Doppelwahl“ war es möglich, dass früher Klarheit über den Nachfolger bestehen würde als über den Amtserhalt oder -verlust des derzeitigen Gouverneurs.

Gleich wegen mehrerer Faktoren wurde nicht ausgeschlossen, dass ein zuverlässiges Ergebnis mehrere Tage auf sich warten lässt. Zum einen mussten rund zwei Millionen Briefwahlstimmen ausgezählt werden. Zum anderen gibt es in sechs Wahlbezirken mit einem Anteil von rund 44 Prozent der Gesamtwähler veraltete Zählmaschinen wie jene, die bei der Präsidentschaftswahl 2000 zum Chaos in Florida geführt hatten. Das heißt, viele Kalifornier mussten am Dienstag über Davis und den möglichen Nachfolger mit Hilfe eines Systems abstimmen, bei dem auf dem Wahlzettel keine Kreuze gemacht, sondern Löcher eingestanzt werden.

In Florida hatte sich herausgestellt, dass dieses System besonders anfällig für Fehler ist. Experten hielten es vor diesem Hintergrund für möglich, dass im Fall knapper Wahlentscheidungen von der jeweiligen Verliererseite Neuauszählungen dieser betreffenden Stimmkarten beantragt und vielleicht sogar - wie damals in Florida - Gerichte eingeschaltet werden.

Aber auch ohne derartige Verzögerungen würde im Fall einer Davis- Abwahl ein neuer Gouverneur frühestens Mitte November sein Amt antreten. Alle Bezirke haben nämlich 28 Tage Zeit, um ihre jeweiligen Ergebnisse einzureichen. Erst dann stellt die Regierung in Sacramento das amtliche Endergebnis fest.

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