Neubesetzung des Chefpostens
Briten stellen Europas IWF-Anspruch in Frage

Die Europäische Union streitet über die Neubesetzung des IWF-Chefpostens. Nachdem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den früheren sozialistischen Finanzminister Dominique Strauss-Kahn ins Rennen geschickt hatte, stellte Großbritannien jetzt den europäischen Anspruch auf den Posten in Frage.

HB BRÜSSEL. Der britische Schatzkanzler Alistair Darling sagte der Londoner Zeitung „The Guardian“, auch außereuropäische Länder müssten eine Chance haben, Kandidaten aufzustellen. „Ich denke nicht, dass Europa diese Position einfach für sich reklamieren kann und dann nicht bereit ist, diese Frage mit anderen zu diskutieren.“

Das Thema sollte auch die EU-Finanzminister am Dienstag beschäftigen, ohne dass mit einer Einigung gerechnet wurde. Der amtierende Chef des Internationalen Währungsfonds, der Spanier Rodrigo Rato, hat für Oktober seinen Rückzug angekündigt. Nach einer informellen Absprache stellen die Europäer den IWF-Chef, während der Präsident der Weltbank ein US-Bürger ist. Aus den Schwellen- und Entwicklungsländern kommt aber zunehmend Kritik an dieser Postenteilung.

Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Thomas Mirow, bekundete Respekt für die Kandidatur des Franzosen. „Ich glaube, dass es im Hinblick auf seine Kompetenz keine Zweifel geben kann.“ Auf die Frage, ob es andere Kandidaten gebe, sagte Mirow: „Ich höre das.“ So gebe es auch einen niederländischen Kandidaten. Wann eine Entscheidung falle, könne er nicht sagen. Auch der österreichische Finanzminister Wilhelm Molterer sagte, es gebe noch keine Einigung auf einen Kandidaten.

Vor einem Treffen der Euro-Finanzminister sagte deren luxemburgischer Vorsitzender Jean-Claude Juncker, Strauss-Kahn verfüge über alle notwendigen Qualifikationen für den Posten. An dem Treffen sollte auch Sarkozy teilnehmen.

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