Neue Angriffe
Syrien-Friedensgespräche drohen zu scheitern

Die Friedensgespräche in Genf werden überschattet von Anschlägen in Damaskus, bei denen mindestens 60 Menschen starben. Das Oppositionsbündnis droht mit der Abreise, sollte sich die Lage in Syrien nicht bessern.

GenfNach neuen Schreckensmeldungen aus Syrien drohen die Regimegegner mit einem Rückzug von den Friedensgesprächen, sollte sich die humanitäre Lage nicht verbessern. Die Opposition sei nach Genf gekommen, um mit UN-Sondervermittler Staffan de Mistura darüber als erstes zu reden, sagte Oppositionssprecher Salem Muslit. „Wenn das geschieht, werden wir die Verhandlungen beginnen“, erklärte er. Ansonsten gebe es keinen Rechtfertigung, in Genf zu bleiben. Am Sonntag traf die Opposition de Mistura zu einem ersten Gespräch.

Der Leiter der Regierungsdelegation, Baschar Dschaafari, warf der Opposition hingegen vor, sie habe mit ihrem Verhalten den Beginn der Gespräche um mehrere Tage verzögert. Das sei ein Beleg für ihre fehlende Ernsthaftigkeit. Die Regierung wolle ein Ende des Blutvergießens. „Priorität der Priorität“ habe für Damaskus der Kampf gegen den Terrorismus. Dschaafari beschuldigte Staaten wie die Türkei und Saudi-Arabien, diesen „als Waffe“ zu benutzen.

Vor allem Meldungen aus der vom Regime belagerten Stadt Madaja setzten die Opposition unter Druck. Trotz der vor knapp drei Wochen gelieferten Nothilfe für Tausende Hungernde seien dort seit Mitte Januar 18 Menschen wegen Mangelernährung und schlechter medizinischer Versorgung gestorben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Rund 1600 Menschen flohen innerhalb von zwei Tagen vor Kämpfen aus dem Nordwesten Syriens in die Türkei.

Auch in der Hauptstadt ging das Blutvergießen weiter: Bei einem Doppelanschlag der Terrormiliz IS im Süden von Damaskus starben mindestens 63 Menschen. Ein Selbstmordattentäter hatte am Sonntag zunächst ein mit Sprengstoff beladenes Auto an einem Kontrollpunkt im Schiitenbezirk Sajeda Sainab zur Explosion gebracht, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter berichtete. Als dann Menschen zur Unglücksstelle geeilt seien, habe sich ein weiterer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

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Syrien-Friedensgespräche drohen zu scheitern

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Forderungen der Regimegegner

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