Neue Anschläge angedroht
Über 120 Tote bei Aufständen im Irak

Innerhalb von 48 Stunden sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des radikalen Schiitenführers Moktada Sadr und Soldaten der US-geführten Koalition im Irak mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen. Allein in der Hauptstadt Bagdad meldeten Gesundheitsamt und Krankenhäuser am Dienstag 58 Tote und 236 Verletzte.

HB BAGDAD. Sadr verließ die Moschee in der zentralirakischen Stadt Kufa, in der er sich zuvor verschanzt hatte, um „ein Blutvergießen zu vermeiden“. Der weltweit gesuchte militante Islamist Abu Musab al-Zarqawi drohte der Koalition auf einem Tonband mit neuen Anschlägen. Die US-Armee erwägt, ihre Truppen in Irak aufzustocken.

In der irakischen Stadt Nassirijah wurden am dritten Tag der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Koalitionstruppen und aufständischen Schiiiten etwa 15 Iraker getötet und zwölf italienische Soldaten leicht verletzt, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldete. In Amara, rund 370 Kilometer südöstlich von Bagdad, wurden nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörden zwölf Iraker getötet und 27 weitere verletzt. Bei einem Einsatz in der Provinz El Anbar westlich der irakischen Hauptstadt wurden vier US-Soldaten getötet. Drei weitere US-Soldaten kamen am Montag in einem schiitischen Stadtviertel in Bagdad ums Leben.

In Bakuba wurde ein irakischer Übersetzer ermordet, der für die US-Armee arbeitete. Italien will seine Militärpräsenz in Irak trotz der Übergriffe nicht verringern: „Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, dass wir das in Erwägung ziehen,“ sagte Verteidigungsminister Antonio Martino in Brüssel. Auch Polen, das in Irak eine rund 9.000 Mann starke multinationale Einheit führt, bekräftigte seinen Durchhaltewillen.

Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Einsatzführungskommandos in Tampa im US-Bundesstaat Florida sagte am Montagabend, die Militärplaner seien angewiesen worden, sich darüber Gedanken zu machen, wie die 134.000 US-Soldaten in Irak „auf die Schnelle“ verstärkt werden könnten. Derzeit sind in Irak insgesamt 155.00 Koalitionssoldaten stationiert. „Die Ereignisse des Wochenendes zeigen ein offensichtliches Potenzial für weitere Demonstrationen und weitere Gewalt“, sagte der Mitarbeiter des so genannten Centcom.

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