Neue Anschläge in Afghanistan
Fast 200 Taliban bei Isaf-Offensive getötet

Soldaten der Nato und der afghanischen Armee haben bei den jüngsten Kämpfen im Süden Afghanistans nach eigenen Angaben fast 200 Taliban getötet. Damit stieg die Zahl der getöteten Rebellen bei der bislang größten Offensive der Nato-geführten Stabilisierungstruppe Isaf auf mehr als 500.

HB KABUL. Unterdessen kamen bei einem Anschlag auf die Beerdigung eines Provinzgouverneurs mindestens sechs Polizisten ums Leben. Nach Behördenangaben sprengte sich offenbar ein Selbstmordattentäter unter den Trauergästen in die Luft. Etwa 16 Menschen wurden dabei verletzt.

Wie die Nato am Montag mitteilte, starben bei zwei Gefechten westlich der Stadt Kandahar am Vortag insgesamt 186 Taliban. Von zivilen Opfern sowie Toten oder Verletzten unter den Isaf-Truppen war keine Rede. Vertreter der Taliban waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuletzt hatten sie aber die Angaben der Nato zu den Opferzahlen in den Reihen der Rebellen zurückgewiesen und erklärt, die meisten der Getöteten seien Bewohner von Dörfern im Kampfgebiet.

Mit ihrer seit mehr als einer Woche andauernden Offensive in den Distrikten Sari und Pandschwai will die Isaf die islamistischen Rebellen zurückdrängen. In der Region war es immer wieder zu Kämpfen gekommen, seit im Mai bekannt wurde, dass eine große Zahl von Taliban dort eingedrungen war. In früheren Nato-Berichten zu der derzeitigen Offensive war auch von einigen zivilen Opfern die Rede. Seit dem Beginn der Kämpfe wurden rund 20 Nato-Soldaten getötet.

Der Anschlag in der Provinz Chost im Südosten des Landes ereignete sich bei der Beerdigung des Gouverneurs von Paktia, Hakim Taniwal, zu der auch mehrere Minister der Regierung in Kabul angereist waren. Der Gouverneur war am Vortag durch ein Selbstmordattentat getötet worden. Die Tat war der erste tödliche Anschlag auf einen Provinzchef seit dem Sturz der Taliban-Regierung vor fünf Jahren.

Die Nato hatte Ende Juli das Kommando über den äußerst unsicheren Süden Afghanistans von den USA übernommen. Weil die Taliban dort stärkeren Widerstand als erwartet leisten, fordern Nato-Kommandeure inzwischen bis zu 2500 zusätzliche Soldaten für den Einsatz. Das Bündnis hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, am Mittwoch bei einer Truppenstellerkonferenz im militärischen Nato-Hauptquartier im belgischen Mons zu erklären, welche Kräfte sie bereitstellen können. Diplomaten zufolge erwartet die Nato insbesondere von Deutschland einen stärkeren Beitrag. Die Bundesregierung hat einen Bundeswehr-Einsatz im Süden aber abgelehnt.

Bislang gehören der Isaf gut 18 500 Soldaten an. Im Süden Afghanistans sind vor allem britische, niederländische und kanadische Soldaten im Einsatz. Die Bundeswehr ist mit knapp 2700 Soldaten im relativ ruhigen Norden Afghanistans und in Kabul an der Isaf beteiligt.

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