Neue Aussagen
Nixon ordnete Watergate-Einbruch offenbar selbst an

Der frühere US-Präsident Richard Nixon hat nach Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters vor über 30 Jahren persönlich den Auftrag zum Einbrechen in das Parteibüro der Demokraten im Hotel Watergate erteilt.

Reuters WASHINGTON. Der Einbruch am 17. Juni 1971 hat später die sogenannte Watergate-Affäre ausgelöst, die zu Anhörungen zur Amtsenthebung des Präsidenten und 1974 zum Rücktritt Nixons führte.

In einem für Mittwoch zur Ausstrahlung vorgesehenen Dokumentation von PBS erklärte Nixons früherer Anwalt Jeb Stuart Magruder, Vizechef des Nixon-Wahlkampfteams von 1972, er habe mit angehört, wie Nixon am 30. März 1972 per Telefon seinen früheren Justizminister John Mitchell gedrängt habe, mit dem Einbruchsplan voran zu machen. „John...du musst das machen“, habe Nixon gesagt. Mitchell war am 1. März 1972 zurückgetreten, um den Wahlkampf zur Wiederwahl Nixons zu organisieren.

Watergate-Experten gingen bisher davon aus, dass Nixon von dem Plan wusste, dass ins Büro des Vorsitzenden der Demokraten, Larry O'Brien, im prominenten Watergate-Hotel eingebrochen werden sollte, um es mit Wanzen zu spicken. Bislang wurde jedoch der frühere FBI-Agent G. Gordon Liddy, der fünf Jahre wegen Aussage-Verweigerung im Gefängnis verbrachte, als der Mann im Hintergrund angesehen, der den Auftrag erteilte.

John Dean, Berater im Weißen Haus unter Nixon, sagte im CNN-Fernsehen am Sonntag, er sehe keinen Grund, weshalb Magruder über die Ereignisse damals die Unwahrheit gesagt haben sollte. „Ich wünschte nur, er hätte es vor 30 Jahren gesagt, wo es mehr als nur eine historische Marginalie gewesen wäre“, fügte er hinzu. Viele der damals prominenten Figuren der Watergate-Affäre sind inzwischen tot - so Nixon ebenso wie der Stabschef im Weißen Haus, H.R. „Bob“ Haldeman oder auch John Mitchell.

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