Neue Behörde zur Abwehr von Terroranschlägen gefordert
Ausmaß der Bedrohung nicht erkannt

Die US-Präsidenten George Bush und Bill Clinton sind von der Untersuchungskommission zum 11. September kritisiert worden. Es habe ein Mangel an Vorstellungskraft zu Terroranschlägen dieser Größenordnung geherrscht. Als Konsequenz wird ein neues Nationales Anti-Terror-Zentrum gefordert.

HB WASHINGTON. Vor den Anschlägen des 11. September 2001 haben die US-Regierung und die Geheimdienste einer Untersuchungskommission zufolge jahrelang die Gefahr von Attentaten moslemischer Extremisten in den USA unterschätzt. Sowohl der Regierung von Präsident George W. Bush als auch der seines Vorgängers Bill Clinton werden in dem am Donnerstag vorgelegten Bericht „schwere institutionelle Versäumnisse“ bei der Terror-Abwehr vorgeworfen. „Die Anschläge vom 11. September waren ein Schock, aber sie hätten keine Überraschung sein dürfen“, hieß es. Es habe eine Reihe von Hinweisen gegeben, dass Moslem-Extremisten eine große Zahl von Amerikanern töten wollten.

Der Geheimdienst CIA wies die Vorwürfe an seiner Arbeit zurück, während Bush den Bericht als „solide“ und „konstruktiv“ bezeichnete. Die Hintergründe der Anschläge und der danach von Bush ausgerufene Krieg gegen den internationalen Terrorismus spielen eine entscheidende Rolle im Präsidentschaftswahlkampf.

Noch eine Woche vor den Anschlägen, bei denen fast 3000 Menschen starben, sei der Bush-Regierung unklar gewesen, wie groß die von Osama bin Ladens Al-Kaida ausgehende Gefahr sei, hieß es in dem 567-seitigen Bericht der fünf Demokraten und fünf Republikaner. „Terrorismus war nicht die vorrangige Sorge in Bezug auf die nationale Sicherheit - weder für die US-Regierung unter Clinton noch die Bush-Regierung vor dem 11. September“.

„Das größte Versäumnis war die fehlende Vorstellungskraft. Wir glauben nicht, dass die führenden Köpfe das Ausmaß der Bedrohung begriffen haben“, erklärte die Kommission. „Die terroristische Gefahr, die von Bin Laden und Al-Kaida ausging, war kein großes Thema der politischen Auseinandersetzung - weder in der Öffentlichkeit noch in den Medien oder im Kongress.“

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