Neue Bilder von Misshandlungen
Die Folteraffäre im Irak weitet sich aus

Erneut für Empörung haben am Freitag neue Bilder und Schilderungen von schweren Gefangenenmisshandlungen im Irak gesorgt. Die Aussagen wurden von der „Washington Post“ veröffentlicht. Unterdessen gab es bei Kämpfen zwischen US-Soldaten und irakischen Milizionären wieder Tote und Verletzte.

HB WASHINGTON. Die Zeitung veröffentlichte bisher geheime eidesstattliche Zeugenaussagen von Insassen des Gefängnisses Abu Ghoreib über Folter und sexuelle Erniedrigungen durch US- Soldaten, die zum Teil noch weit über das bisher Bekannte hinausgingen. Die Besatzungstruppen im Irak ließen unterdessen erneut mehr als 470 Häftlinge aus dem Gefängnis bei Bagdad frei. In den Schiitenstädten Kerbela und Nadschaf gingen die Kämpfe zwischen irakischen Milizionären und Besatzungstruppen weiter.

Dem Bericht der „Washington Post“ zufolge wurden Häftlinge nach eigenen Angaben wie Tiere geritten, von Soldatinnen unsittlich berührt und gezwungen, aus Toiletten zu essen und Schweinefleisch zu verzehren - was gläubigen Muslimen strengstens verboten ist. Die Erklärungen stammten von 13 Gefangenen. Sie seien Mitte Januar gemacht worden, kurz nachdem ein Soldat Militärermittlern über die Vorfälle berichtet hatte.

Der Skandal um die Misshandlungen im Irak beeinflusst auch eine Debatte im Weltsicherheitsrat, bei es es um das Verlangen nach Immunität für Amerikaner gegenüber dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) geht. Die Immunität würde auch für die im Irak operierenden US-Soldaten gelten. Menschenrechtler forderten die UN auf, dem US-Militär nicht erneut Straffreiheit einzuräumen. Die Gegner der US-Resolution rechneten am Freitag mit bis zu sechs Stimmenthaltungen „als Signal des Unwillens“.

Spanien hat im Irak keine Soldaten mehr stationiert. Der letzte spanische Soldat habe den Irak am Freitagnachmittag nach Kuwait verlassen, teilte der spanische Verteidigungsminister José Bono in Madrid mit. Damit wurde der Abzug des spanischen Kontingents eine Woche früher abgeschlossen als geplant. Der Stützpunkt der Spanier in Diwanija südlich von Bagdad war zuvor von US-Truppen übernommen worden.

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