Neue Demonstrationen
Birmas Mönche ignorieren Rückzugs-Appell

Der von Mönchen und Zivilisten getragene Protest gegen die Militärregierung in Birma schwillt zur Massenbewegung an: Einem Rückzugsappell der staatlichen Religionsführer demonstrierten am Montag etwa 30 000 Menschen gegen die Generäle. Erste Rangeleien mit Sicherheitskräften deuten darauf hin, dass die Machthaber langsam unruhig werden.

HB RANGUN. Tausende von Mönchen zogen nach Angaben von Augenzeugen in verschiedenen Zügen barfuß zur Shwedagon-Pagode, dem größten nationalen Heiligtum in der Stadt. Zivilisten schlossen sich dem Marsch an, teils mit Plakaten. Nachdem die Sicherheitskräfte den Demonstrationen seit Tagen tatenlos zugesehen hatten, berichteten Augenzeugen erstmals von kleineren Zusammenstößen. Polizisten rissen den Demonstranten die Plakate weg und drängten sie von den Mönchen ab.

Etwa 5 000 Mönche zogen demonstrativ am Büro der Oppositionspartei NLD vorbei. Aktivisten traten vor die Tür und klatschten Beifall. Zum Haus der NLD-Gründerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi kamen sie nicht. Die Zugangsstraße war verbarrikadiert, anders als am Samstag, als Mönche an der Straßensperre einfach vorbeigezogen waren. Suu Kyi sitzt seit 2003 zum wiederholten Mal in ihrem Anwesen unter Hausarrest fest.

Der Mönchsaufstand begann vergangenen Dienstag zunächst als Protest gegen drastische Preiserhöhungen. Seit dem Wochenende werden jedoch Aufrufe zum Sturz des Militärregimes laut. Urheber soll eine Untergrundbewegung von Mönchen sein. Die Authentizität der Aufrufe ist in dem Polizeistaat schwer zu prüfen.

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