Neue Details aus Geheimdienst-Bericht
US-Agenten belauschen iranische Militärtreffen

Neue Details zum Iran-Bericht der US-Geheimdienste: Die Erkenntnisse über eine angebliche Aussetzung des iranischen Atomwaffenprogramms im Herbst 2003 beruhen nach einem Medienbericht zum Teil auf Aufzeichnungen über Treffen des iranischen Militärs. Doch eine wichtige Frage konnte bei diesen Lauschangriffen nicht geklärt werden.

HB WASHINGTON. Die US-Geheimdienste haben iranische Militärs offenbar intensiv belauscht. Aus den Aufzeichnungen ging laut „New York Times“ hervor, dass die Militärs über die Entscheidung aufgebracht waren, das Waffenprogramm und die Entwicklung von nuklearen Gefechtsköpfen zu beenden, berichtete die US-Zeitung unter Berufung auf US-Militär-und Geheimdienstkreise. Warum das Atomwaffenprogramm gestoppt wurde, sei aus diesen Aufzeichnungen aber nicht hervorgegangen.

Dem Bericht zufolge bedienten sich die US-Geheimdienste noch anderer Informationen, um die im Iran gewonnenen Erkenntnisse zu erhärten. Auf diese Weise habe vermieden werden sollen, eventuell einer gezielten Falschinformation aufzusitzen.

In ihrer am Montag in Washington veröffentlichten Einschätzung hatten die US-Geheimdienste festgestellt, dass der Iran sein Programm zum Bau von Atomwaffen Ende 2003 unterbrochen habe. Wegen des starken internationalen Drucks sei die Regierung in Teheran inzwischen „weniger entschlossen“, ein Nukleararsenal aufzubauen, hieß es.

Der Atomkonflikt hatte dazu geführt, dass Iran bereits zweimal mit Uno-Sanktionen belegt wurde. Der Geheimdienstbericht könnte Bemühungen der US-Regierung untergraben, weitere Strafmaßnahmen zu verhängen.

Der US-Geheimdienst entlastet Iran, doch US-Präsident George W. Bush beschwört weiterhin die Gefahr. Er forderte den Iran auf, bei seinem Atomprogramm „reinen Tisch“ zu machen. Sie müssten eine strategische Entscheidung bezüglich des von der internationalen Gemeinschaft geforderten Stopps der Urananreicherung treffen, sagte Bush in Omaha im US-Staat Nebraska. Andernfalls werde Teheran isoliert bleiben.

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