Neue Einnahme-Quelle
Athen will Öl- und Gasvorkommen erschließen

Drei Firmenkonsortien sollen Probebohrungen in Griechenland durchführen. Das Ziel: Die Regierung hofft auf Öl- und Gasvorkommen, deren Erschließung frisches Geld in die Staatskasse spülen könnte.
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AthenGriechenland hofft, auch durch Einnahmen aus Öl- und Gasvorkommen langfristig seine Finanzmisere zu bekämpfen. Nach Schätzungen des Energieministeriums wird mit Einnahmen in Höhe von 15 bis 20 Milliarden Euro in einem Zeitraum von 25 bis 30 Jahren für den Staat gerechnet.

Aus diesem Grund wurden dem Parlament in Athen am Donnerstag zur Ratifizierung drei Verträge zwischen Griechenland und Ölkonzernen über Probebohrungen und Prüfung von Vorkommen vorgelegt. Dies teilte das Parlament mit.

Die Probebohrungen sollen bis Ende 2016 drei Konsortien griechischer, britischer, italienischer und kanadischer und osteuropäischer Firmen vornehmen. Erst nach zwei Jahren Jahren ist mit konkreten Ergebnissen zu rechnen. Es handelt sich um die Unternehmen Energean Oil, Trajan Oil & Gas sowie die ELPE-Edison-Petroceltic.

Sichere Hinweise gebe es auf kleinere Vorkommen vor der Hafenstadt Patras (100 Millionen Barrel), in der Region der Hafenstadt Katakolon auf der Halbinsel Peloponnes (fünf Millionen Barrel) sowie in Nordwestgriechenland nahe Ioannina (rund 200 Millionen Barrel), hieß es aus Kreisen des Energieministeriums.

Größere Reserven werden zudem südlich von Kreta und in der Ägäis vermutet. Seismische Untersuchungen des Meeresbodens vor Kreta wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen. Sie waren vom Forschungsschiff „Nordic Explorer“ der norwegischen Gesellschaft Petroleum Geo-Services (PGS) durchgeführt worden und deuteten auf reiche Vorkommen hin, hieß es aus Kreisen des Energieministeriums weiter.

Es wurden aber bislang keine Verträge mit Ölkonzernen unterzeichnet. Der Grund liegt den Informationen zufolge auch darin, dass mit Ägypten und Libyen Hoheitsrechte noch nicht vollständig geklärt sind.

Das Euro-Krisenland Griechenland muss seit 2010 mit internationaler Hilfe über Wasser gehalten werden. Bislang flossen 240 Milliarden Euro an Krediten der Eurozone, der EU und des Internationalen Währungsfonds.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neue Einnahme-Quelle: Athen will Öl- und Gasvorkommen erschließen"

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  • Naaa ... sind die Kameraden auf dem Peleponnes jetzt endlich aufgewacht?
    Guten Morgen, liebe Griechen.

  • @ Illu Minator

    240 MILLIARDEN flossen in den letzten 4 Jahren an Griechenland. Was sind da schon 15-20 Milliarden in 25-30 Jahre?

    Überschüssige Windkraft wird heute mit 35% Effizienz in Power-to-Gas gewandelt. Vermutlich "produziert" D in 30 Jahren mehr Gas als Griechenland fördert. Beziehungsweise von Anderen fördern läßt weil man selber gar nicht die Technik dafür hat.

  • Interessant! Seit ca. 4 Jahren habe ich im Zusammenhang mit der Griechenland-/Eurokrise und den diversen arabischen Frühlingen ums östliche Mittelmeer auf die rießigen Gas-(und Öl)vorkommen des östlichen Mittelmeers hingewiesen, aus denen immerhin Israel schon fleißig fördert (als einziges Land).

    Ich habe insbesondere die HB-Redaktion gebettelt, darüber mal einen Artikel zu schreiben - jahrelang - weil diese Energierohstoff-Vorkommen die Erklärung für all diese (Frühlings)Kriege in Tunesien, Libyen und Ägypten, Syrienkrieg (da sind auch Pipelines im Spiel), Gazaboote, Türkeidemos, Finanzangriffe auf Griechenland und Zypern und nicht zuletzt der derzeitige Gaza-Konflikt (Vertreibung der Palästinenser von der Küste?) liefert.

    Immerhin, jetzt wo Griechenland und seine Schulden gerade mal niemanden mehr interessiert (kommt aber wieder), kommt dieses kleine Artikelchen hierzu. Gratuliere!

    Ist das jetzt dann die Wende? D.h. ist den Medien jetzt erlaubt, darüber zu berichten, weil die Geld- und Ölbarone der anglo-amerikanischen Welt endlich den Kuchen unter sich aufgeteilt haben und es daher den Leibeigenen in Europa erlaubt ist, darüber zu wissen?

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