Neue Einzelheiten
BND-Mitarbeiter brachte Ermittler auf Osthoffs Spur

Vier Tage nach der Freilassung von Susanne Osthoff werden immer mehr Details über den Verlauf der Entführung bekannt. In einem Zeitungsbericht heißt es jetzt, ein BND-Mitarbeiter brachte die Ermittler auf die Spur der Kidnapper.

HB BERLIN. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, wurde Osthoff nahe einer Tankstelle im Norden Bagdads auf ihrem Weg nach Arbil im Nordirak entführt. Zuvor habe die 43-Jährige durch Kontakte zu den Mitarbeitern des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Irak Mitglieder des Duleimi-Stammes kennen gelernt, die ihr für ihre Reise von Bagdad in den Norden des Landes Geleitschutz angeboten.

Ihr Fahrer, Chalid al Schimani, sei Osthoff von einem Scheich des Stammes empfohlen worden. Das Auto Susanne Osthoffs wurde dem Bericht zufolge nicht angehalten, sondern sei im Norden Bagdads in eine Seitenstraße gefahren, wo die Archäologin Ende November aus dem Wagen gerissen und verschleppt worden sei. Der Fahrer der Archäologin war laut den Schilderungen offenbar in die Entführung verwickelt. Nach seiner eigenen „Freilassung” hat er sich bislang weder bei irakischen noch bei deutschen Behörden gemeldet.

Vor ihrer Abfahrt aus Bagdad in den Norden brachte die deutsche Archäologin in Begleitung eines Mitarbeiters des BND das für ihr Ausgrabungsprojekt in Mossul ausgezahlte Geld noch zur Bank. Sie habe ihm einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Autonummer gegeben und sei verschwunden. Als das Video ihrer Entführung drei Tage später aufgetaucht sei, habe sich der BND-Mitarbeiter an das Papier erinnert und die Suche nach Osthoff habe begonnen.

An den Vermittlungen, die zu ihrer Freilassung führten, war der Zeitung zufolge auch der Vorsitzende des deutsch-irakischen Clubs, Abdulhalim al Hijjaj, beteiligt. Der Verein bestehe aus Akademikern, die zumeist in den 70er und 80er Jahren in Deutschland studiert oder promoviert hätten.

Die Kontakte der Clubmitglieder zum Stamm der Duleimi hätten sich als ausschlaggebend erwiesen. Susanne Osthoff habe sich während ihrer gesamten dreiwöchigen Gefangenschaft in Bagdad befunden, nur wenige Kilometer von der deutschen Botschaft entfernt. Osthoff kam am Sonntag frei.

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