Neue Einzelheiten: Marokkaner verdächtigt
Bomben explodierten fast zeitgleich

Nach den Bombenanschlägen in London mit mehr als 50 Toten hat die britische Polizei offenbar eine erste Spur. Wie die Zeitung „The Independent“ berichtet, wird europaweit nach dem Marokkaner Mohammed al-Gerbouzi gesucht. Die britische Polizei veröffentlichte neue Ermittlungsergebnisse.

HB LONDON. Al-Gerbouzi soll in die Terroranschläge von Madrid und Casablanca verwickelt sein. Der Mann, der in Großbritannien Asyl genießt, sei spurlos aus London verschwunden, schreibt die Zeitung "The Independent". Al-Gerbouzi soll in Verbindung zu dem jordanischen Topterroristen im Irak Abu Mussab al-Sarkawi gestanden haben. In Marokko wurde er in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft für seine Verwicklung in die Anschläge in Casablanca im Jahr 2003 mit 44 Toten verurteilt. Die britischen Ermittler wollten den Zeitungsbericht nicht bestätigen.

Die Polizei veröffentlichte neue Ermittlungsergebnisse zum Ablauf der Attentate. „Alle drei Bomben im Londoner U-Bahnsystem sind innerhalb von Sekunden gegen 8.50 Uhr detoniert“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Dies lasse auf den Einsatz von Zeitzündern für die Sprengsätze schließen. Mehr als 1000 Beamte der britischen Polizei sind in die Ermittlungen eingebunden. Fast eine Million sichergestellte Zugfahrkarten sollen auf Fingerabdrücke möglicher Attentäter untersucht werden. Hinweise versprechen sich die Ermittler von den Filmen der Überwachungskameras in den Londoner U-Bahnstationen. „Weil sie nicht maskiert waren, werden wir sehr gute Bilder von ihnen bekommen, anhand derer sie identifiziert werden“, sagte Andy Hayman von der Londoner Polizei.

Derweil gab es erneut ein Bekennerschreiben. „Eine Gruppe von Mudschaheddin einer Abteilung der Abu Hafs al- Masri Brigaden hat in der Hauptstadt der Ungläubigen, der britischen Hauptstadt, einen Schlag nach dem anderen ausgeführt“, hieß es in einer Erklärung auf einer Islamisten-Seite im Internet. Diese Gruppe hatte sich bereits zu den Anschlägen von Madrid bekannt, bei denen am 11. März vergangenen Jahres 191 Menschen getötet worden waren. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht überprüft werden. Aus Spanien reisten Polizeiexperten nach London.

Jüngsten Angaben der Londoner Polizei zufolge wurden bei den Anschlägen auf drei U-Bahnen und einen Bus mehr als 50 Menschen getötet und 700 Menschen verletzt. 69 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt. Von den vier verletzten Deutschen soll ein Mann in kritischem Zustand sein, so ein Sprecher der Bundesregierung. Aus dem Tunnel des Bahnhofs King's Cross waren am Samstag noch nicht alle Opfer geborgen. Mehr als 25 Personen wurden noch vermisst.

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