Neue Eiszeit
Sudan annulliert Verträge mit dem Süden über Erdöl und Sicherheit

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Nord- und Südsudan haben sich drastisch verschlechtert. Der Norden hat neun Vereinbarungen über Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Süden aufgekündigt.
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KhartumZwischen dem Sudan und dem Südsudan steht eine neue Eiszeit bevor: Die Führung in Khartum erklärte am Sonntag neun mit dem Süden getroffenen Vereinbarungen über Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit für hinfällig. Der sudanesische Informationsminister Ahmed Bilal Osman sagte in der sudanesischen Hauptstadt, die Annullierung gelte für die neun im September vereinbarten Abkommen, nicht nur für dasjenige über Erdöl.

Am Samstag hatten staatliche Medien berichtet, der sudanesische Präsident Omar al-Baschir habe den Stopp der Öllieferungen aus dem Südsudan angeordnet und den Ölminister angewiesen, die Pipeline ab Sonntag zu schließen.

Der Südsudan erhielt bei der Teilung des Landes vor knapp zwei Jahren drei Viertel der Ölreserven, ist zum Export aber weiter auf die Pipelines des Nordens angewiesen. Baschir hatte dem Süden mit der Schließung der Pipelines gedroht, sollte die Regierung in Juba weiter Rebellen in Süd-Kordofan und Darfur unterstützen. Juba bestreitet die Vorwürfe und wirft seinerseits Khartum vor, Aufständische im Süden zu unterstützen.

Die Lage in den beiden nordostafrikanischen Staaten ist nach der Abspaltung und Unabhängigkeitserklärung des Südsudan im Juli 2011 angespannt. Der Unabhängigkeit war ein erbitterter Bürgerkrieg vorausgegangen, in dem von 1983 bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 zwei Millionen Menschen getötet wurden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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