Neue Enthauptungen
Japanische Truppen bleiben länger im Irak

Die japanischen Koalitionsparteien haben am Donnerstag den Weg für eine Verlängerung der Truppenstationierung im Irak um ein weiteres Jahr frei gemacht. Es wurden erneut die Leichen von vier enthaupteten Männern gefunden.

HB BAGDAD. Extremisten haben im Irak erneut 25 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Einigen ihrer Opfer schnitten sie die Kehlen durch. Im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad fand die Polizei am Donnerstag die enthaupteten Leichen von vier Männern. Bei den Opfern handele es sich wahrscheinlich um Angehörige von Polizei oder Nationalgarde, sagte ein Arzt in der Stadt Iskandarija. Zuvor waren nach einem Medienbericht in Mossul 21 Leichen entdeckt worden. Die meisten Opfern sollen ebenfalls Nationalgardisten sein. Die japanische Regierung entschloss sich, lässt trotz breiten Widerstands in der Bevölkerung ihre Soldaten ein Jahr länger als geplant im Irak zu belassen.

Bei einem Mörserangriff nahe der italienischen Botschaft starben in Bagdad nach Angaben des TV-Senders Al-Iraqia drei Iraker. Fünf Iraker wurden nach Angaben des Senders verletzt. Der Anschlag habe einem nahe gelegenen Stützpunkt der Nationalgarde gegolten und nicht der Botschaft, hieß es. Drei Polizisten wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes westlich von Kirkuk verletzt. In Mossul verletzte eine Autobombe, die einer US-Patrouille galt, mehrere Zivilisten.

Das Kabinett in Tokio verlängerte am Donnerstag das Mandat für die Truppenstationierung bis zum 14. Dezember 2005. Zugleich wurden aber Möglichkeit für einen vorzeitigen Abzug der Truppen je nach den Sicherheitsbedingungen und der politischen Lage geschaffen. Rund 600 Heeressoldaten sind seit Anfang des Jahres in der südirakischen Stadt Samawa im Einsatz, um dort beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu helfen. Im Einklang mit Japans pazifistischer Verfassung dürfen die Soldaten nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen.

Unterdessen wurden vier Mitglieder einer US-Spezialeinheit wegen der Misshandlung von irakischen Gefangenen mit Disziplinarstrafen belegt. Dies berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag. Bei den Misshandlungen handele es sich vor allem um den nicht gerechtfertigten Einsatz von Elektroschockern und Betäubungswaffen, so die Zeitung. Die vier Militärangehörigen wurden dem Bericht zufolge von ihren bisherigen Aufgaben entbunden.

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