Neue EU-Behörde
Energieagentur kommt nach Ljubljana

Die neue EU-Energieagentur wird in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Laibach) angesiedelt. Ljubljana setzte sich damit slowakische Hauptstadt Bratislava (Pressburg) sowie die rumänische Hauptstadt Bukarest durch. Bei der Verbesserung der Energiesicherheit wurden dagegen kaum Fortschritte erzielt.
  • 0

HB BRÜSSEL. Das teilte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft beim Treffen der europäischen Energieminister am Montag in Brüssel mit. Die Agentur (Agency for the Cooperation of Energy Regulators/ACER) soll die Arbeit der nationalen Regulierungsbehörden koordinieren und die europäischen Institutionen beraten. Sollten sich die nationalen Regulierer in einem Streitfall nicht einigen, kann sie etwa in Fragen von Zugangsbedingungen oder Sicherheit von grenzüberschreitenden Energie-Netzen oder Pipelines bindende Entscheidungen fällen.

Die Agentur wird am 3. März 2011 die Arbeit aufnehmen. Bis dahin müssen die Mitgliedstaaten auch die neuen EU-Gesetze zur weiteren Liberalisierung der Energiemärkte in nationales Recht umgesetzt haben. Keine großen Fortschritte erzielten die Minister dagegen bei der geplanten Verbesserung der Energiesicherheit. Insbesondere das Vorhaben, der EU-Kommission in Notfällen mehr Zuständigkeiten zu übertragen, stößt auf Bedenken. Vergangenen Winter hatte ein Streit zwischen Russland und der Ukraine für eine gut zweiwöchige Unterbrechung der Gasversorgung gesorgt.

In den Verhandlungen um die Ansiedlung der Energieagentur setzte sich Ljubljana gegen die slowakische Hauptstadt Bratislava (Pressburg) sowie die rumänische Hauptstadt Bukarest durch. Alle drei hatten heftig für sich die Werbetrommel gerührt, so dass sich die endgültige Entscheidung immer wieder verzögerte. Die Ansiedlung europäischer Agenturen und Behörden gilt als Prestige- und Standortfaktor. Einfluss nehmen auf die Arbeit kann das Gastgeberland nicht.

Kommentare zu " Neue EU-Behörde: Energieagentur kommt nach Ljubljana"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%