Neue EU-Beitrittsrunde gestoppt

Deutsche Türkei-Blockade sorgt für Streit

Das deutsch-türkische Verhältnis steht vor einer Belastungsprobe. Wegen harter Kritik aus Ankara an Merkel und weil Berlin derzeit nicht mehr über einen EU-Beitritt des Landes sprechen will. Das sorgt für Streit.
38 Kommentare
Eine deutsche, eine türkische und eine europäische Fahne vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Archivfoto vom 22.05.2004). Quelle: dpa

Eine deutsche, eine türkische und eine europäische Fahne vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Archivfoto vom 22.05.2004).

(Foto: dpa)

BerlinZwischen Deutschland und der Türkei bahnt sich heftiger Streit an. Hintergrund ist die aktuelle Lage in der Türkei, die Art und Weise wie die Polizei gegen regierungskritische Demonstranten vorgeht und die Reaktionen der türkischen Regierung darauf. Laut „Spiegel Online“ werden die Äußerungen des türkischen EU-Ministers Egemen Bagis über Angela Merkel ein diplomatisches Nachspiel haben. Außenminister Guido Westerwelle lasse den türkischen Botschafter in der Bundesrepublik ins Auswärtige Amt einbestellen, hieß es aus dem Umfeld des FDP-Ministers.

Auslöser der Einbestellung des Botschafters war Bagis' Kritik an Merkels Äußerungen über Polizeieinsätze bei Demonstrationen in der Türkei. Die Bundeskanzlerin hatte ihre Besorgnis über das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten in Istanbul und anderen Städten ausgedrückt. Sie sei erschrocken über die „viel zu harten“ Einsätze der Polizei, sagte Merkel.

Bagis ging das zu weit: „Wenn Frau Merkel nach innenpolitischen Themen für ihren Wahlkampf sucht, dann sollte das nicht die Türkei sein“, sagte er Journalisten am Donnerstag. Er ergänzte: „Wenn Frau Merkel sich die Angelegenheit anschauen wird, wird sie sehen, dass diejenigen, die sich in die Angelegenheiten der Türkei einmischen, kein vielverheißendes Ende nehmen.“

„Westerwelle ist enttäuscht und verärgert über diese Sprache, die alles andere als europäisch ist“, hieß aus dem Umfeld des deutschen Außenministers. Bereits am Donnerstagabend hatte der FDP-Politiker auf einer Veranstaltung des „Spiegel“ in Hamburg gesagt, dies sei eine Sprache, die man miteinander nicht pflegen sollte. Das Entstehen einer Zivilgesellschaft solle die türkische Regierung "nicht fürchten", sondern sich darüber freuen – „erst recht, wenn man nach Europa will“, so Westerwelle.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Nachricht, dass sich die Botschafter der EU-Länder am Donnerstag in Brüssel nicht darauf einigen konnten, der Eröffnung eines neuen Kapitels in den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei kommende Woche zuzustimmen. Nach Angaben von Diplomaten sprachen sich Deutschland und die Niederlande dagegen aus, die Entscheidung muss einstimmig getroffen werden.

SPD warnt vor Isolierung der Türkei
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Neue EU-Beitrittsrunde gestoppt - Deutsche Türkei-Blockade sorgt für Streit

38 Kommentare zu "Neue EU-Beitrittsrunde gestoppt: Deutsche Türkei-Blockade sorgt für Streit"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ..und, lieber Christian das Wetter ist wunderschön, gehen Sie mal an die frische Luft und erholen Sie sich, vielleicht gehen Sie mal an die Nordsee z.B. Cuxhaven und erholen sich. Ich mein es wirklich gut mit Ihnen, und seinen Sie immer ehrlich zu sich selbst, alles wird gut.(Smile)

  • :)
    Sie liebe Ich am meisten.
    Menschen die aus verzweiflung schlechtes tun, benötigen die Liebe am allermeisten obwohl Sie sie nicht verdienen.

  • @ UnkultivierteGaeste

    Ja genau ! Einfach herrlich, diese immer gleichen Primitivtexte - etwas lustigeres gibt's hier ja grad nicht. Putzig, dieser Einwanderer aus Idiotistan. Die HB-Zensoren sind wohl schon zu hause - naja, ist halt Wochenende ... es sei ihnen gegönnt.

  • An der Bordsteinkante hängengebliebene Politiker holen an der Bordsteinkante hängengeblieben ins Land.

    Hier in den Kommentaren sieht man das Ergebnis!

    Ein HOCH auf die deutsche Politik!


    Deshalb,
    und 999 andere Gründe zwingen mich die AfD zu wählen!
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    UMFRAGE

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html


    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

    Es haben 21105 Besucher abgestimmt
    Stand: Samstag, 22.06.2013, 00.15 Uhr

    CDU/CSU 21.7% (4572 Stimmen)

    SPD 11% (2311 Stimmen)

    Die Grünen 3.5% (732 Stimmen)

    FDP 2.7% (566 Stimmen)

    Piratenpartei 1.4% (321 Stimmen)

    AfD 47.7% (10060 Stimmen)

    Die Linke 3.6% (769 Stimmen)

    Keine Partei 3.5% (734 Stimmen)

    Andere Parteien 4.9% (1040 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. +++

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. +++

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. +++

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. +++

  • Ja dann frage ich mich auch: Warum sind SIE hier, Tschüß, zieh leine, deine Parolen kannst du doch da drüben auch ablassen...oder etwa doch nicht? Aja, da drüben müßtest du viel arbeiten um Geld zu bekommen, hier nicht- im H4-Schlaraffenland. Das Wetter wird es wohl nicht sein was dich hier hält :-)

  • Türkei - ein wichtiger Handelspartner für Deutschland.

    WIE oft hab ich diesen Satz lesen müßen... Allein der Glaube fehlt! Was sind denn das für wichtige Güter [...]? Meine Meinung ist das nur Volksverdummung!

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. +++

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%