Neue EU-Standards
Tage der Glühbirne sind gezählt

Die klassische Glühbirne soll im Laufe des kommenden Jahrzehnts aus den europäischen Haushalten verschwinden: Die EU-Kommission will zum Jahreswechsel strengere „Energieeffizienz-Standards für Beleuchtungstechnik“ vorlegen. Diskutiert werden zwei mögliche Szenarien.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission bestätigte am Mittwoch in Brüssel einen entsprechenden Bericht der „Rheinischen Post“. Es gebe aber noch keinen Zeitplan dafür, wann die neuen Standards greifen und klassische Glühbirnen vom Markt genommen werden müssen, erklärte EU-Kommissionssprecher Ferran Taradellas Espuny.

In Beratungen mit Experten der 27 EU-Mitgliedstaaten legte die Kommission zwei mögliche Szenarien vor: Die als „ehrgeizig“ betitelte Variante sieht vor, dass schon ein Jahr nach der Entscheidung alle Glühlampen mit einer Leistung über 40 Watt durch Energiesparlampen ersetzt werden müssten, zwei Jahre später auch die 40-Watt-Birnen. Fünf Jahre nach Einführung der neuen Standards müssten auch alle konventionellen Halogenlampen ersetzt werden.

Das zweite Szenario wurde dem Papier zufolge von der Industrie vorgeschlagen und sieht einen langsameren Umstieg über insgesamt neun Jahre vor.

Die Überlegungen der Kommission folgen einem Beschluss des EU-Gipfels vom Frühjahr 2007, der die Einführung strengerer Standards für eine energieeffiziente Beleuchtungstechnik forderte.

Nach Angaben der Kommission könnten EU-weit jährlich 45 Milliarden Kilowattstunden Strom gespart werden, wenn alle Haushalte mit Energiesparlampen ausgestattet würden. Dies entspräche dem Stromverbrauch von rund zehn Millionen Haushalten.

Gegenwärtig sind nach Kommissionsangaben in den europäischen Haushalten noch rund 3,7 Milliarden herkömmliche Glühbirnen und nur eine halbe Milliarde Energiesparlampen installiert.

Der Herstellerverband ELC hat schon vor einem Jahr angekündigt, bis 2015 alle Glühbirnen der niedrigsten Effizienzklassen E,F und G durch sparsamere Modelle zu ersetzen. Nach Berechnungen des Verbands, dem unter anderem Osram und Philips angehören, könnten allein dadurch die Kohlendioxid-Emissionen infolge von Beleuchtung um 60 Prozent reduziert werden.

Gerade erst hatte Neuseeland nach Australien der herkömmlichen Glühbirne den Kampf angesagt. Die Energieverschwender dürfen dort ab Oktober kommenden Jahres nicht mehr verkauft werden.

Neuseeland will den Energieverbrauch für die Beleuchtung durch den Einsatz von Energiesparlampen bis 2015 um 20 Prozent senken. Bis 2020 könnten so fast 500 Millionen neuseeländische Dollar (rund 245 Millionen Euro) im Jahr gespart werden.

Aixtron-Aktie profitiert

Von dem geplanten EU-Glühlampenverbot profitierte am Mittwoch an der Börse die Aktie des LED-Anlagenherstellers Aixtron, die sich zuletzt im Sinkflug befunden hatte. Sie legte fast zwei Prozent zu. Die EU-Pläne, ab 2009 Glühlampen zu verbieten, werteten dann auch die Analysten von Equinet als positive Nachricht für Aixtron. Unter den Alternativen biete vor allem die LED-Technologie durch ihre lange Lebensdauer Vorteile, was Aixtron als Ausrüstungsverkäufer für die LED-Produktion generell entgegenkomme, hieß es zur Begründung. Da keine weiteren Details über die EU-Pläne bekannt seien, blieben Einstufung ("Accumulate") und Kursziel (8,75 Euro) einstweilen unverändert.

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