Neue Fabrik eingeweiht
Irans Atomprogramm: Letzte Stufe erreicht

Am iranischen Nuklear-Tag sorgte Mahmud Ahmadinedschad für einen Paukenschlag. Der iranische Präsident weihte eine Fabrik ein, in der Brennstoffe für Atomkraftwerke hergestellt werden sollen. Damit ist das Atomprogramm des Iran einen großen Schritt vorangekommen - eine Schlappe für US-Präsident Barack Obama. Bereit für Atom-Gespräche ist Ahmadinedschad dennoch.

HB ISFAHAN. Der Iran hat wichtige Fortschritte bei seinem umstrittenen Atomprogramm verkündet. Präsident Mahmud Ahmadinedschad weihte nahe Isfahan eine Fabrik ein, in der die Islamische Republik nach seinen Angaben Brennstoffe für Atomkraftwerke herstellen kann. Damit sei nun die letzte Stufe des Produktionskreislaufes erreicht, erklärten Experten am Donnerstag. Ahmadinedschad sprach zudem von neuen Zentrifugentypen, mit denen die Urananreicherung verbessert werde. Die von den Vereinten Nationen geforderte Einstellung der Anreicherung lehnte er zugleich erneut ab. Am Vortag hatten sechs Staaten - darunter Deutschland - angekündigt, den Iran zu neuen Gesprächen über sein Atomprogramm einladen zu wollen.

Einziger Hoffnungsschimmer aus Sicht vieler westlicher Staaten: Zwischen dem Iran und den USA könnten sich trotzdem nach einer langen Eiszeit Gespräche zur umstrittenen Atompolitik anbahnen. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte am Donnerstag bei der Eröffnung der iranischen Nuklearbrennstoff- Fabrik, er sei bereit, mit dem Westen über Atomfragen zu sprechen. Zuvor hatten die USA angekündigt, in die direkten Gespräche der Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschlands mit dem Iran wieder einzutreten. Präsident Barack Obamas Vorgänger George W. Bush hatte direkte Gespräche abgelehnt.

„Wir sind bereit, Gespräche zur Atomkraft mit dem Westen zu führen, aber diese Gespräche sollten auf dem Rechtsprinzip, dem Prinzip der Gleichheit und dem Respekt vor den nuklearen Rechten des Iran fußen“, sagte Ahmadinedschad am sogenannten Nuklear-Tag der Iraner in der zentral-iranischen Stadt Isfahan, wo die Brennstoff- Fabrik steht. Der Iran habe alle internationalen Abkommen eingehalten und werde keine Abstriche von seinen internationalen Rechten dulden, betonte er. Alle Atom-Aktivitäten des Iran stünden unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Behörde.

Ahmadinedschad begrüßte erneut den Ruf Obamas nach einer atomwaffenfreien Welt. „Wir sind sogar bereit, unseren Teil dazu beizutragen“, sagte er. Es wird erwartet, dass EU-Chefdiplomat Javier Solana den iranischen Atom-Unterhändler Said Dschalili kontaktieren und einen Termin für das nächste Treffen vereinbaren wird. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums sagte dazu, die USA hätten dem Iran ausdrücklich Gespräche angeboten und warteten nun auf eine Antwort.

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