Neue Fälle in Asien
WHO fordert Vogelgrippe-Frühwarnsystem

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Industrienationen im Kampf gegen die Vogelgrippe zu Solidarität mit ärmeren Ländern aufgerufen und ein Frühwarnsystem für die betroffenen Länder Südostasiens gefordert.

HB OTTAWA/BRüSSEL/PEKING. Künftige Grippe-Epidemien bei Tieren könnten so effizienter abgewehrt werden, und auch ein für Menschen gefährliches Supervirus könne sich dann schwerer bilden. Nach dem Fund von 22 toten Graugänsen in Rheinland-Pfalz erwarteten Experten unterdessen keine Infektion mit Vogelgrippe. Erste Untersuchungsergebnisse wurden für Dienstagabend erwartet. Indonesien bestätigte am Dienstag einen weiteren Todesfall durch das H5N1-Virus. Weltweit sind damit mindestens 62 Menschen daran gestorben.

WHO-Direktor Jong Wook Lee betonte, vor den drei Grippe-Pandemien bei Menschen im 20. Jahrhundert habe es kein Frühwarnsystem gegeben, das die Katastrophe hätte aufhalten können. Dieses Mal müsse das anders werden. Bisher hätten nur rund 40 Länder Pläne für den Fall des Ausbruchs einer globalen Epidemie gemacht.

Mexikos Gesundheitsminister Julio Frenk forderte die reichen Staaten auf, wissenschaftliches Know-how und Technologien zu Herstellung eines Impfstoffs an ärmere Länder weiterzugeben. „Viele mittlere Staaten sind in der Lage, Impfstoff zu produzieren - aber wir können nicht von Null anfangen“, sagte er der dpa. Derzeit hätten nur neun Länder die Kapazität, einen Impfstoff zu entwickeln und zu produzieren, der gegen das Virus H5N1 schütze.

Unterstützung fand dieser Vorstoß bei Kanadas Premierminister und Gastgeber der Konferenz, Paul Martin. Die Industrienationen sollten nach seiner Ansicht auch Medikamente und Impfstoffe mit ärmeren Ländern teilen. Bisher stammten alle menschlichen Opfer aus den armen Regionen Südostasiens, betonte Martin. Der kanadische Gesundheitsminister Ujjal Dosanjh drohte mit einer Lockerung des Patentrechts, sollten Pharmaunternehmen im Kampf gegen die Vogelgrippe aus seiner Sicht nicht ausreichend kooperieren.

Die Gesundheitsminister diskutierten bis Dienstagabend in der kanadischen Hauptstadt Möglichkeiten, die Vogelgrippe in Asien einzudämmen und ihre weitere Verbreitung auf andere Kontinente zu stoppen. Vor allem Afrika sei durch die derzeit dorthin ziehenden Vogelschwärme gefährdet.

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