Neue Finanz-Maßnahmen
Spanien erhöht Tabak- und Alkoholsteuer

Neue Maßnahmen zur Abwendung der Pleite: Im Euro-Krisenland Spanien werden die Tabak- und Alkoholsteuern erhöht. Allerdings sind nicht alle alkoholischen Getränke von der Steuererhöhung betroffen.
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MadridIm hoch verschuldeten Euro-Krisenland Spanien werden die Tabak- und Alkoholsteuern erhöht, um die öffentlichen Finanzen zu verbessern. Bei den alkoholischen Getränken werde die Steuer um zehn Prozent heraufgesetzt, sagte Finanzminister Cristóbal Montoro nach einer Kabinettssitzung am Freitag in Madrid. Allerdings würden Bier und Wein von der Maßnahme ausgenommen. Zusammen mit der höheren Abgabe für Tabak hofft er auf jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 700 Millionen Euro.

Das von einer Wirtschaftskrise hart getroffene Land muss seine Finanzen in Ordnung bringen, um einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds ESM zu umgehen. Die EU-Kommission hatte Madrid zur Erhöhung der Mehrwertsteuer aufgefordert, um seine Auflagen aus dem Euro-Stabilitätspakt erfüllen zu können. Die Regierung entschied sich stattdessen für höhere Steuern auf Alkohol und Tabak.

Die jüngsten Maßnahmen folgen auf das Streichen von Steuererleichterungen für große Unternehmen sowie eine neue Steuer auf Treibhausgas. Zusammen soll auf diese Weise eine Milliarde Euro in die klamme Staatskasse fließen. Zusätzlich zu den neuen Einnahmen hatte die Regierung im vergangenen Jahr einen drastischen Kürzungsplan aufgelegt, der bis 2014 insgesamt 150 Milliarden Euro an Einsparungen bringen soll.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • 150 Milliarden werden eingespart - eine Milliarde werden neu kreiert
    was ist denn das für ein Verhältnis?
    Daran kann man recht gut erkennen wie sehr der Staat vorher über seine Verhältnisse gelebt hat ...

  • naja, Alkohol ist hier immer noch deutlich billiger als woanders.
    Benzin ist auch billiger.
    Dafür kann ich mir auch ungestraft eine Haschpflanze ziehen und mit ab und an einen schönen Tee davon machen.
    Gibt weniger Schlägereien mit Ausländern, die sich als erstes auf die billigen harten Alks stürzen :).
    Ansonsten haben auch die Spanier so ihre Probleme mit der Alkoholsucht, wie überall.

  • Unverhältnismäßige Steuern auf Alkohol und Tabak (übrigens auch auf -->Benzin) sind grundsätzlich ein untrügliches Zeichen für die völlige Verzweiflung einer Regierung, wo auch immer. Man versucht in Aktionismus verfallend verhältnismäßig geringe Summen einzutreiben und ignoriert die psychologische Wirkung auf die Befindlichkeiten der eigenen Bevölkerung.
    Motto:
    "DA... und DA... und DA können wir noch zulangen, bevor die Schmerzgrenze bei dem dämlichen Stimmvieh erreicht ist."
    Dämlich wird es, wenn eine solche Aktion den illegalen Handel fördert und massenhaft Müllzigaretten und minderwertiger Fusel unter die Leute gebracht werden.

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