Die EU-Kommission hatte sich bei den Verhandlungen am Freitag bemüht, vor allem Deutschland entgegenzukommen: Ein Sprecher des Verkehrskommissars Jacques Barrot bestätigte einen Handelsblatt-Bericht, nach dem ein neues Modell zur Arbeitsteilung beim Aufbau des Satelliten-Systems geplant sei, um Befürchtungen der Bundesregierung zu zerstreuen, die deutsche Industrie könnte bei dem Prestigeprojekt zu kurz kommen.
Die Ausschreibung der Aufträge für den Aufbau des europäischen Systems soll nach Angaben der EU-Kommission in mindestens sechs verschiedenen Segmenten erfolgen. Ein einzelnes Unternehmen solle dabei die Systemführerschaft in maximal zwei Segmenten erhalten, sagte Kommissionssprecher Michele Cercone. Zudem sollten die Sieger der Ausschreibung dazu verpflichtet werden, mindestens 40 Prozent des Auftragsvolumens in ihrem Segment an Subunternehmen abzutreten, damit auch kleine und mittlere Unternehmen zum Zug kämen. Indirekt reagierte die Kommission damit auf Befürchtungen Berlins, französische Unternehmen könnten in allen wichtigen Bereichen vom Satellitenbau bis zur Bodenkontrolle die Systemführerschaft übernehmen.