Neue Geheimdokumente
Wikileaks will US-Großbank bloßstellen

Die Enthüllungsplattform versetzt bereits Politiker und Diplomaten weltweit in Panik - nun ist die Wirtschaft dran. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat angekündigt, als nächstes ein Paket von Dateien aus einer Großbank zu veröffentlichen. Er verspricht Einblick in die heikelsten Geheimnisse des Geldinstitus.
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HB WASHINGTON/BERLIN. Der Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, hat in einem Interview angekündigt, als nächstes die Wirtschaft ins Visier nehmen zu wollen. Nach der Veröffentlichung von US-Regierungsdokumenten solle Anfang nächsten Jahres eine amerikanische Großbank das nächste Ziel werden, sagte der Australier in einem Interview des US-Magazins „Forbes“, das am Dienstag online veröffentlicht wurde.

Dabei gehe es um Zehntausende interner Dokumente der Finanzinstitution, schreibt das Magazin. Die Offenlegung des Materials eröffne „wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten“, sagte Assange weiter. Die Folge dürften „vermutlich Untersuchungen und Reformen sein“. „Forbes“ schreibt, die Veröffentlichung ermögliche jedem Kunden, Konkurrenten und den Regulierungsbehörden den Blick auf die Geheimnisse der betroffenen Bank.

Die Internet-Plattform Wikileaks und mehrere internationale Medien, darunter die „New York Times“ und der „Spiegel“, hatten am Sonntag mit der Veröffentlichung von mehr als 250 000 vertraulichen oder geheimen Berichten aus US-Botschaften begonnen. In den nächsten Tagen soll weiteres Material publik werden.

Durch die Veröffentlichung nimmt nach ersten Abschätzungen vor allem die US-Außenpolitik Schaden. US-Außenministerin Hillary Clinton nannte die Preisgabe der Informationen am Montag einen Angriff auf die USA und die internationale Gemeinschaft. Die Veröffentlichung könne das Vertrauen unter den Staaten zerstören. Sie sei jedoch zuversichtlich, dass die Beziehungen zwischen den USA und ihren Partnern die Herausforderungen bestehen werden, sagte Clinton in Washington.

Die Veröffentlichung zum Teil geheimer Unterlagen des US-Außenministeriums durch die Internetplattform Wikileaks hat unterdessen weltweit Kritik hervorgerufen. Ausländische Politiker beklagten dabei weniger die enthüllten Vorgänge aus dem Innenleben der amerikanischen Diplomatie, als viel mehr den erlittenen Vertrauensverlust durch die Bekanntgabe teils sehr persönlicher Einschätzungen. Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, die Veröffentlichungen seien "der 11. September für die Weltdiplomatie".

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  • Auch ich finde, dass die Aktivität von WikiLeaks
    durch die offene information ein Gegengewicht
    darstellt dagegen, dass die angebliche Demokratie oft
    nur noch von oben nach unten funktioniert und
    bürger aller Nationen von den eigenen Regierungen
    betrogen werden.

    Diese Politiker versuchen sogar noch davon zu
    profitieren, dass sie Zwietracht und Krieg säen.
    Auch ich habe mich entschlossen, WikiLeaks
    finanziell ein wenig zu unterstützen.

    Den Kopf schütteln kann ich nur über das Verhalten von
    Amazon, die WikiLeaks ihre Serverkapazität in der
    Cloud entzogen haben. Meine Online-Einkäufe mache
    ich in Zukunft woanders. Die Solidarisierung mit der
    eigenen korrupten Regierung ist für mich mitnichten
    eine Empfehlung, dort weiter Kunde zu bleiben.

  • ich habe die ganze Aufregung gleich dazu genutzt, um mal wieder mal ein paar Euro an WikiLeaks zu spenden. Wenn man auf deren Seite geht (wikileaks.org), werden dort verschiedenen Möglichkeiten dafür angeboten.

    Auch die Nachdenkseiten.de werden von mir hin und wieder finanziell bedacht.

    Nicht zu vergessen: info.kopp-verlag.de sowie theintelligence.de sind durch die angebotenen Hintergrundinformationen auch recht lesenswert.

  • Sehr gut, endlich raus mit der Wahrheit- auf den den Tisch mit den Tatsachen..
    Wie heißt doch ein Sprichwort: "Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt alles an die Sonnen".
    Ein uralter Spruch- heute so gültig wie vorgestern. Dieses Jahrzehnt wurde doch auf allen wichtigen Ebenen nur noch kriminell regiert und verwirtschaftet.
    Man hat gelogen und betrogen dass sich die balken biegen. Man hat den größten Finanzbetrug vom Stabel gelassen ohne Rücksicht auf Verluste.
    Alle instanzen des Staates haben kläglich versagt.
    Auch die Gewaltenteilung, das Fundament unserer Ordnung wurde ausgehöhlt.
    Wird unsere Ordnung beseitigt, dann haben die bürger das Recht, einzuschreiten.
    Deshalb sollten wir Wikileaks nicht hindern, das zu tun, was die Justitz und die Medien hätten tun sollen,aber nicht getan haben. Man hat die kriminellen Handlungen zugelassen, weggeschaut, sie haben Milliarden veruntreut- versteckt- gerade die staatlichen banken.
    Wer es wusste und machtlos zuschauen musste, was da abgeht, dem kam die Galle hoch. Mit einer gewissen Genugtuung sage ich deshalb , das Schicksal- oder der Zufall- wie immer man das deuten mag, hat ein wenig nachgeholfen.
    Erst wenn die Finanzverbrecher ihre Strafe bekommen, wenn die zuständigen und nachlässig handelnden Politiker an die Luft gesetzt werden , wenn die Finanz-Aufsichten- die beide Augen zudrückten, entlassen werden , dann erst sind wir wieder auf dem Weg zur Rechtsstaatlichkeit .
    Keiner dieser beteiligten Herren soll
    Wenn die jetzt von Recht sprechen, das sie selber mit Füßen getreten haben, kann man sich nur wundern über deren Dreistigkeit.Glauben die wirklich, niemand hätte die Gaunereien und Tricks nicht bemerkt, nicht mitbekommen? Viele vielleicht nicht, aber viele schon.
    Wikileaks kommt wie ein blitz aus heiterem Himmel und viele können jetzt singen: "Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben.."
    Das Volk kann singen: "Morgen Kinder wird´s was geben, morgen werden wir uns freun....
    Das ist kein Hochverrat, sondern Aufdeckung von Kriminalität.

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