Neue Gespräche

Iran weitet Atomprogramm aus

Durch neue und hochwertigere Zentrifugen könnte im Iran bald mehr und schneller Uran für Atomwaffen angereichert werden. Die extrem angespannte Lage in Syrien belastet die anstehenden Gespräche zusätzlich.
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Das Bild zeigt die neuen IR-2M-Zentrifugen. Der Iran verfügt in seinem Atomprogramm nach eigenen Angaben über 1000 moderne Zentrifugen für eine deutlich beschleunigte Urananreicherung. Quelle: dpa

Das Bild zeigt die neuen IR-2M-Zentrifugen. Der Iran verfügt in seinem Atomprogramm nach eigenen Angaben über 1000 moderne Zentrifugen für eine deutlich beschleunigte Urananreicherung.

(Foto: dpa)

Teheran, WienDer Iran hat sein Atomwaffenprogramm nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter ausgebaut. Wie es in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht der UN-Organisation hieß, habe sich die Anzahl der zur Urananreicherung benötigten hochmodernen IR-2M-Zentrifugen in der Atomanlage Natans auf 1008 erhöht. Im jüngsten IAEA-Bericht von Mai war die Zahl noch mit 698 angegeben worden. Bis zum Abschluss des Berichts am 24. August wurde zwar keine dieser Zentrifugen in Betrieb genommen, tritt dies jedoch ein, könnte das Land deutlich mehr Uran schneller anreichern als bisher.

Ein Großteil des Gesamtbestandes wurde so umgewandelt, dass er nur noch schwer zu Atomwaffen verwendet werden kann. Wesentlich mehr Uran besitzt der Iran aber laut dem Bericht deswegen aber nicht.

Die jüngste Runde der Gespräche zwischen der sogenannten 5+1-Gruppe und Teheran, an der die fünf UN-Vetomächte und Deutschland teilnehmen, war im April im kasachischen Almaty ohne Ergebnisse geblieben. Der Iran lehnte es damals ab, wie von den Verhandlungspartnern gefordert, die Urananreicherung auszusetzen. Die im Gegenzug gebotenen Erleichterungen bei den Sanktionen, die im Iran eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst haben, wies Teheran als zu gering zurück.

Irans Präsident Hassan Rohani hatte nach seinem Amtsantritt Anfang August seine „ernsthafte Gesprächsbereitschaft“ angekündigt. Zugleich kündigte er an, an der Urananreicherung festhalten zu wollen. Rohani hatte als iranischer Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen mit den Europäern 2003 in die Aussetzung der Urananreicherung und unangekündigte Kontrolle der Atomanlagen eingewilligt. Im Iran, aber auch im Westen war damals kritisiert worden, dass die Europäer kaum etwas im Gegenzug geboten hatten.

Wie die IAEA in Wien weiter mitteilte, sollen die internationalen Verhandlungen über das Atomprogramm jedoch am 27. September fortgesetzt werden. Ein Sprecher sagte, die Verhandlungen würden in Wien stattfinden, zu den Teilnehmern äußerte er sich nicht. Rohani hatte kürzlich den bisherigen Außenminister Ali Akbar Salehi zum neuen Chefunterhändler ernannt. Zum Nachfolger des bisherigen IAEA-Botschafters Ali Asghar Soltanieh wurde der Diplomat Resa Nadschafi bestimmt.

Die kritische Lage in Syrien und der zu erwartende Militärschlag des Westens belastet diese Gespräche zusätzlich. Der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat zuletzt verkündet, der Iran werde aufgrund der „anti-israelischen Haltung Syriens die Führung in Damaskus stets unterstützen“.

Der Streit um das iranische Atomprogramm dauert bereits seit einem Jahrzehnt. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms den Bau einer Atombombe voranzutreiben. Die Regierung in Teheran beharrt dagegen auf ihrem Recht zur Nutzung der Atomenergie. Im Zentrum des Streits steht die Urananreicherung, die es dem Iran erlauben könnte, selbst hochangereichertes Uran für eine Atombombe zu produzieren. Die IAEA verlangt im Gegensatz Zugang zu den Anlagen, Experten und Dokumenten.

  • afp
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2 Kommentare zu "Neue Gespräche: Iran weitet Atomprogramm aus"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der Iran wird immer Kritisiert wegen seinem Atomprogramm, für mich stellt sich die Frage von wem hat der Iran die Technologie bekommen für die Atomanreicherung ????

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