Neue Gespräche
USA reagieren auf Russlands Raketendrohung

Russlands jüngste Raketendrohung zeigt Wirkung: Washington und Moskau haben neue Gespräche über die umstrittenen US-Raketenabwehrpläne für Mitteleuropa angekündigt. Die nächste Verhandlungsrunde solle noch im Dezember abgehalten werden, teilte die US-Botschaft am Mittwoch in Moskau nach Gesprächen von US- Außenstaatssekretär William Burns mit der russischen Regierung mit.

HB MOSKAU. Der Kreml hatte zuvor ohne nähere Angaben kritisiert, dass jüngste Kompromissvorschläge der USA beim Streitthema Raketenabwehr unzureichend seien.

Russland sieht die Stationierung von Raketenabwehrtechnik in Polen und Tschechien als Bedrohung. Präsident Dmitrij Medwedjew hatte in der Vorwoche am Tag des Wahlsieges von Barack Obama den Westen mit der Ankündigung überrascht, Kurzstreckenraketen in der russischen Ostsee- Exklave Kaliningrad zu stationieren, sollte die US-Raketenabwehr wie geplant gebaut werden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte dies ein „falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“ genannt.

Die russische Führung bezeichnete die Kritik der westlichen Länder an Medwedjews Ankündigung als „angemessen“, wie die Agentur Interfax meldete. „Sie haben verstanden, dass das schlecht für sie und für uns sein wird“, sagte ein namentlich nicht genannter Kremlsprecher. Russland hat immer wieder erklärt, dass es sich durch die US- Raketenabwehrpläne zu entsprechenden Gegenmaßnahmen gezwungen sieht. Die staatliche Rüstungsindustrie versicherte, dass die neuen Raketen vom Typ „Iskander“ in jedem Fall rechtzeitig produziert werden können.

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