Neue Gewalt im Gaza-Streifen nach Raketenbeschuss durch palästinensische Extremisten
Israel antwortet mit Luftangriffen

Einen Tag nach dem Raketenbeschuss durch palästinensische Extremisten hat Israel am Samstag mehrere Luftangriffe im Gaza-Streifen geflogen. Ziele seien Waffenschmieden in Gaza-Stadt und ein Raketenabschussplatz im Norden des Küstenstreifens gewesen, teilte die Armee mit.

HB GAZA. Nur zwei Wochen nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen eskaliert dort wieder die Gewalt. Nach palästinensischen Raketenangriffen tötete die israelische Luftwaffe mit einem gezielten Raketenschlag in der Stadt Gaza zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung. Zunächst war von vier Getöteten die Rede. Die Männer wurden nach Krankenhaus-Angaben tödlich getroffen, als sie in zwei Fahrzeugen in dem Saitun-Viertel unterwegs waren. Zunächst hatte es geheißen, der vierte Tote sei ein Unbeteiligter.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte zuvor bei einer Dringlichkeitssitzung mit der Militärspitze als Reaktion auf palästinensische Raketenangriffe auf die israelische Grenzstadt Sderot „harte Schritte“ gegen Hamas angeordnet. Auch in der Nacht hatte die israelische Luftwaffe mutmaßliche Hamas-Waffenlager im Gazastreifen angegriffen. Die Armee zog nördlich des Gazastreifens Bodentruppen zusammen, politische Beobachter rechneten mit einem Militäreinsatz.

Palästinensische Extremisten hatten in der Nacht vom Gazastreifen aus etwa 30 Kassam-Raketen auf Ziele in der israelischen Ortschaft Sderot abgefeuert. Auch am Samstagnachmittag schlug in der Stadt wieder ein Geschoss ein, ein Einwohner erlitt dabei Verletzungen. Mofas sagte nach Angaben des Rundfunks, es sei „unerträglich“, dass die Hamas-Bewegung mit Angriffen auf Israel davon ablenkten wolle, dass sie ihre eigenen Landsleute getötet habe.

Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Autos während einer Kundgebung in Dschabalia waren am Freitag 19 Palästinenser getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Hamas gab Israel die Schuld für die Explosion, während das palästinensische Innenministerium von einem „internen Zwischenfall“ sprach. Später teilte Hamas jedoch mit, man untersuche die Umstände der Explosion. Die Gruppe kündigte zudem an, man wolle vorerst keine Kundgebungen mehr abhalten und das öffentliche Zurschaustellen von Waffen unterlassen.

Eine israelische Armeesprecherin bestätigte, die Luftwaffe habe eine Rakete auf ein Gebiet im nördlichen Gazastreifen abgefeuert, von dem aus Kassam-Raketen abgeschossen worden waren. Einwohner der Stadt Gaza reagierten mit Panik auf mehrere laute Überschallknalls von Militärflugzeugen, die über dem Gazastreifen flogen. Das israelische Militär hatte nach dem Abzug eine Politik der „Null-Toleranz“ angekündigt bei Angriffen mit Kassam-Raketen und anderen Terroranschlägen, die vom Gazastreifen ausgingen.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia warf Israel vor, es sei für die jüngste Eskalation der Gewalt verantwortlich. Das Zusammenziehen von Truppen am Rande des Gazastreifen schaffe „eine sehr gefährliche Atmosphäre“. Die israelischen Luftangriffe verurteilte er als eine „Demonstration der Macht“. Gleichzeitig sagte Kureia, die Palästinenser müssten „ihre internen Angelegenheiten unter Kontrolle bekommen“. Am Freitag hatten israelische Soldaten bei einem Einsatz bei Tulkarem im Westjordanland drei Mitglieder der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad getötet.

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