Neue Gewaltserie
Mindestens zehn Tote bei Anschlägen im Irak

Der Irak kommt nicht zur Ruhe: Bei drei neuen Autobombenanschlägen kamen in Bagdad mindestens zehn Menschen ums Leben. Die neue Regierung fordert ein Ende des Bluvergießens - und bleibt selbst Hauptziel der Attentate.

BAGDAD. Im Südirak wurde ein britischer Soldat getötet. Im Westirak stürzte nach einem bislang unbestätigten Bericht der Polizei ein US-Militärhubschrauber ab. In einer Geschäftsstraße von Bagdad riss ein Selbstmordattentäter vier Zivilisten mit in den Tod.

Die Polizei berichtete, zehn weitere Menschen seien verletzt worden, als der Täter im Karrade-Viertel eine Autobombe zündete. Fünf Menschen starben bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeistreife in Sajuna östlich von Bagdad. Nach Angaben von Polizei und Augenzeugen waren unter den Opfern des Autobombenanschlags zwei Polizisten. Auch der Attentäter sei umgekommen.

Mit einer dritten Autobombe versuchten Aufständische einen hochrangigen Funktionär des Innenministeriums zu töten. Das Ministerium teilte mit, der Funktionär habe den Anschlag unverletzt überlebt, drei seiner Leibwächter seien verletzt worden.

Bereits in den vergangenen Tagen waren bei zahlreichen Bombenanschlägen im Irak Dutzende Menschen getötet worden. Die Anschläge richteten sich vor allem gegen Sicherheitskräfte, allerdings wurden auch zahlreiche einfache Bürger und Kinder getötet. Erst am Sonntag waren bei einem Anschlag während der Beerdigung eines kurdischen Politikers in Tal Afar im Norden des Landes bis zu 30 Menschen getötet und 50 verletzt worden.

Aufständische wollen den politischen Neuanfang in dem Land sabotieren. Vor allem radikal-islamische Extremisten oder Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein sind gegen die neue Ordnung. Am Donnerstag war die Regierungsbildung nach langwierigen Verhandlungen abgeschlossen worden.

Zahlreiche Verzögerungen bei der Kabinbettsbildung hatten das Vertrauen in die neue Führung geschwächt. Zugleich konnten die Aufständischen in dem entstandenen Machtvakuum offenbar neue Kräfte sammeln und somit den Start der Regierung von Ministerpräsident Ibrahim al-Dschaafari erschweren. Die Regierung hat sich ein Ende des Blutvergießens zum Ziel gesetzt.

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