Neue Griechen-Währung Der teure Trick mit dem Geuro

Regierungen und EZB feilen an Notfallplänen für einen Euro-Austritt Griechenlands. Eine Option wäre die Einführung einer Zweitwährung. Sie könnte den Schaden eines Austritts begrenzen - hätte aber einen hohen Preis.
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Eine griechische 20 Drachmen-Münze und eine Euro-Münze: Kommt die Zweitwährung für Griechenland? Quelle: dpa
Griechische Drachme und Euro.

Eine griechische 20 Drachmen-Münze und eine Euro-Münze: Kommt die Zweitwährung für Griechenland?

(Foto: dpa)

DüsseldorfSchon oft haben Europas Politiker den Griechen mit dem Rauswurf aus dem Euro gedroht. Im entscheidenden Moment aber sind sie immer vor diesem Schritt zurückgeschreckt - zu groß war die Angst vor den wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen. Noch nie ist ein Land aus dem Euro ausgetreten - und niemand kann die Folgen eines solchen Schrittes genau abschätzen. Auch die rechtlichen Grundlagen fehlen: Der Vertrag von Maastricht sieht den Austritt eines Mitgliedslands aus der Währungsgemeinschaft gar nicht vor.

Die größte Gefahr, die von einem solchen Schritt ausgeht, sehen Ökonomen in den Auswirkungen auf andere Euro-Krisenländer. Ein Euro-Austritt Griechenlands könnte auf Portugiesen, Italiener und Spanier wie ein Signal wirken, ihre Spareinlagen ins Ausland zu schaffen. Die Folge wäre ein Bank-Run, der sich nicht mehr kontrollieren ließe. Gerade die Banken in Spanien gelten als angeschlagen und wären einem solchen Sturm nicht lange gewachsen. Auch die Renditen der Staatsanleihen der Krisenländer könnten in die Höhe schießen, was dazu führen würde, dass Italien und Spanien ihre Zinsen bald nicht mehr zahlen könnten.

Während die Staatsverschuldung Griechenlands bei etwa 300 Milliarden Euro liegt, steht Italien mit fast zwei Billionen Euro in der Kreide. Bundeskanzlerin Merkel und ihre europäischen Kollegen handeln deshalb nach der Devise: Lieber weitere Milliarden nach Athen überweisen, als einen Zusammenbruch Spaniens und Italiens zu riskieren. Am drastischsten aber wären die Folgen eines Euro-Austritts in Griechenland selbst: Dort droht ein Zusammenbruch des Bankensektors - was zwangsläufig die gesamte Wirtschaft in den Abgrund reißen würde.

Angesichts dieser immensen Risiken ist das Zögern der Euro-Länder verständlich. Dennoch könnte Bundeskanzlerin Merkel und ihren Kollegen bald kaum eine Wahl bleiben: Wenn bei den Neuwahlen in Griechenland im Juni tatsächlich jene radikalen Parteien gewännen, die den vereinbarten Sparkurs komplett ablehnen, müsste Europa die Finanzhilfen für Griechenland stoppen. Andernfalls würden andere Krisenländer den Anreiz zum Sparen verlieren.

Inzwischen rechnen 71,2 Prozent der Deutschen damit, dass Griechenland die Eurozone verlassen wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Mafo exklusiv für Handelsblatt Online erstellt hat. 72,5 Prozent der 1000 Befragten rechnen damit, dass nach Griechenland weitere Staaten wie Spanien, Portugal oder Italien von der Krise voll erfasst werden könnten.

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28 Kommentare zu "Neue Griechen-Währung: Der teure Trick mit dem Geuro"

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  • Die Griechen haben genug Geld. Als erstes das Geld aus der Schweiz zurückholen. Und die Kohle, die die Griechen für Münchner Luxusimmobilien haben, konfiszieren.
    Ich habe keine Lust mehr, für die reichen Griechen zu bezahlen. Die armen Griechen sollten zusehen, dass sie diese Kleptokratie in Athen loswerden! Und nicht in Deutschland betteln.

  • Einfach ausgedrückt, aber vollkommen richtig. Leistungsträger und Mittelständler bezahlen die Zeche für den Unsinn desaströser Entscheidungen. Ja England ist gar nicht so schlecht, hier werden wenigstens noch Werte und Traditionen gewahrt. In Germany demontiert man systematisch alles, selbst die Gewaltenteilung von Judikative und Legislative will ein Politologe namens Lammert, jobt nebenbei als Bundestagspräsident, jetzt aufheben. Und aktuell sollen erfahrene Köpfe jetzt auch bei der Polizei rollen.
    Willkommen in der Republick Weimar, nach Braunau rechts abbiegen, sie haben Ihr Ziel erreicht

  • Tatsache ist, dass alle Parteien für die Griechenland-Stützung waren. Rot-Grün sind für die Transfer-Union und fordern Euro-Bonds; im Gegenzug haben sie Steuerpläne, falls sie nächstes Jahr an die Macht kommen, die in Deutschlan zu einem Blutbad führen. Alle Politiker gehören angeklagt, weil sie fahrlässig Europaverträge gemacht haben, die einen Austritt aus dem Euro überhaupt nicht vor-sehen. Was machen diese Helden, wenn Griechenland nach der nächsten Wahl dasselbe wie jetzt sagt, "wir zahlen nicht, wir sparen nicht, und den Euro behalten wir"? Unsere einzige Chance wäre dann, daß die EZB sich an ihren Daseinszweck erinnert und den Griechen den Hahn abdreht, und unsere Politiker endlich die no-bail-out-Klausel ernst nehmen. Alles kommt billiger, auch die Bankenrekapitali-sierung, als dieses Faß ohne Boden. Sage ich seit 2010.

  • Deutschland wird meiner Meinung nach abgewickelt. Das merkt man mit was für einen Stursinn die deutsche Politik verfolgt wird. In den Schulen werden Eltern aufgefordert Toilettenpapier für Ihre Kinder mitzubringen, weil hierfür kein Geld mehr vorhanden ist. Abends vor dem Fernseher sieht und hört man die Milliarden die Besitzer wechseln. Die Stimme hat nicht mehr das Volk. Ärzte verlassen Ihre Arbeitsstätten um in England Geld zu verdienen. Angehende Ärzte halten tagelang Notaufnahmen ohne jegliche Kenntnisse aufrecht. Die Äcker liegen unbestellt und im Supermarkt kommen die Äpfel aus Afrika, de Kartoffeln aus Israel usw.usw. Wer kann das auf Dauer mitmachen. ich weiß nicht, was ich meinen Kindern schon heute erzählen soll. Mir wird schlecht, wenn ich an die Zukunft denke. Es wird alles zerhauen was unsere Eltern und Großeltern einmal mühsam geschaffen haben. Wenn man alte Menschen trifft, meinen die es ist Zeit für Krieg. Soll das etwa die Lösung sein? Wird das von unseren Parteien forciert? Der Berliner Flughafen ist nicht teurer weworden nein er ist größer! na dann ist doch alles in Ordnung.

  • Um den Schaden für das deutsche Volk nicht noch grösser werden zu lassen und um zu vermeiden, dass Generationen nach uns diese Schulden bezahlen müssen, ist es nötig den Euro sofort zu verlassen und ihn als Verrechnungseinheit zurückzuführen. Dann kann die deutsche Bundesbank wieder zu ihrer Stabilitätspolitik zurückfinden.
    Andernfalls droht der späte Crash, mit desaströsen Folgen für Bürger u. Gemeinwesen.

  • Mit "Europa" meint Angela Merkel sich vermutlich selbst, aber sie vertut sich dabei: Der Euro ist doch genau das Programm, was Marxisten-Leninisten sich wünschen, er verschärft die Klassengegensätze mit bisher unbekannter Rasanz, bringt den Kapitalismus schneller seinem Ende entgegen, als alle jemals existierenden kommunistischen Parteien es jemals vermocht hätten. Wenn es eine Rettung für Euro-Merkel geben sollte, dann nur, indem sie blitzschnell auch in dieser Sache die mittlerweile legendäre 180-Grad-Merkel-Rolle ausführt.

  • Wer auch nur das Grundstudiumswissen eines Wirtschaftsstudiums ann Bord hat, der weiß, dass exportstarke Länder von einer "Gemeinschaftswährung" profitieren, exportschwache Länder aber dabei vor die Hunde gehen. Die satten extra-Gewinne deutscher Exporteure wurden mit der Verarmung ganzer Völker bezahlt, und das wäre ohne umfassende Korruption ihrer Politiker und Wirtschaftsführer wohl nicht möglich gewesen. Wie es weitergehen kann? Griechenland muss aus dem Euro raus, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, und was die Auslandsschulden angeht, so möchte ich von hier aus einen Gruß an das Volk von Hellas senden: Von Hjalmar Schacht lernen, heißt, Auslandsschulden besiegen lernen!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • @Bmehrens

    "Transfer-Rubel"

    Vergleichen Sie dazu den Aufsatz von Prof. Hankel
    "Der Euro als Transferwährung"

    http://fortunanetz-forum.xobor.de/t70f2-Der-Euro-als-Transferwaehrung.html

  • Alles ist doch Augenwischerei: GR und die anderen werden weder target2 noch die anderen Kredite Je zurückzahlen können. Das Wachstum dieser Staaten nach Eurobeitritt hat sich ergeben aus: den niedrigen Zinsen dank Euro und der Aufblähung des staatsapparates (Griechenland, Portugal) und den fehlgeleiteten Immobilienblasen (Spanien und Irland).
    Hätte es keinen Immobilienboom in Spanien gegeben, und keine Ausweitung der Staatsbediensteten in Griechenland, hätten diese Staaten kein Wachstum gehabt. Da jetzt die künstlichen BIP-Stimuli wegfallen, hat Spanien wieder über 20 % Arbeitslosigkeit wie 1995 vor dem Euro. Vielleicht können die Staaten ihr Defizit mal verkleinern, aber wie soll Wachstum kommen, vor allem, wenn es nicht wieder fehlgeleitet werden soll?
    Deshalb: diese Summen muss man abschreiben. Aber soll man dauerhaft andere Staaten alimentieren? Lieber eine eigene flexible Währung, die den Menschen im eigenen Land dient, und die Auf- und abwertbar ist. Der Euro hat das Schicksal des Transferrubels vor sich.

  • Höret die weisen Worte unseren heiligen Angela: ´Wenn der Euro scheitert, dann scheitert Europa.´ Und so kam es, dass eine Sintflut von Milliarden sich nach Athen aufmachte, um das Tor zur Hölle zu schließen. Und der heilige Mario (Draghi) lehrt uns mit niedrigen Zinsen die Götter des Mammons zu zähmen auf das die Quelle des Konsums niemals versiegen möge. Doch der Grieche grollte und zeterte und wollte mit einer anderen Wahl sich selbst zur Hölle schicken. Aber die heilige Angela hielt ein und forderte noch mehr Unterstützung für die armen Banken, damit diese Opfergaben doch endlich wirken mögen. Und so warten wir auf den Tag des jüngsten Gerichts an dem der Grieche sein Schicksal bestimmt um dann hinterher zu sagen: "Zählt nicht! Ihr bleibt in Europa! Ihr werdet sparen! Und ihr bekommt weitere Milliarden! Denn wir sind ja die einzigen, die Ahnung haben..." Was ist der Unterschied zwischen einer Dose Hundefutter und der EZB? Richtig, die Dose Hundefutter gibt´s auch mit Hirn...

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