Neue Hilfen freigegeben
„Es wird keinen Zahlungsausfall Griechenlands geben“

In der Schuldenkrise haben die Griechen Zeit gewonnen. Wieder einmal lassen EU und IWF Athen nicht hängen. Nun muss das Land drakonische Einsparungen umzusetzen. Ob das am Ende zur Rettung ausreicht, ist ungewiss.
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Brüssel/Athen/LuxemburgGriechenland steht vor weiteren Milliarden-Hilfen von EU und IWF und hat eine Staatspleite damit zumindest kurzfristig abgewendet. "Es ist klar, dass Griechenland nicht aus der Euro-Zone austritt. Es wird keinen Zahlungsausfall geben und das Land wird seinen Verpflichtungen komplett nachkommen können", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Freitag. Zuvor hatte die Troika aus EU, IWF und EZB Griechenland die Zahlung der nächsten Kredit-Tranche von zwölf Milliarden Euro für Anfang Juli in Aussicht gestellt.

Zudem sagte Juncker, er erwarte, dass die europäischen Partner Griechenland noch zusätzliche Hilfe gewähren. Details dazu nannte er zwar nicht, zuvor war aber von einer Lücke von 65 Milliarden Euro im griechischen Haushalt die Rede. Sie entsteht, weil sich das Land anders als bisher geplant 2012 noch nicht wieder Geld am freien Kapitalmarkt besorgen kann. Dem Euro gaben die Nachrichten Auftrieb, die Aktienmärkte legten zu.

In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegen, der Troika-Bericht könne negativ ausfallen und Griechenland die nächste Tranche nicht bekommen. Das vom Finanzmarkt abgeschnittene Land wird derzeit von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Kredit-Paket über 110 Milliarden Euro gestützt. Die Regierung in Athen hatte ursprünglich erklärt, wenn der nächste Abschlag von zwölf Milliarden Euro nicht bis Mitte Juni ausbezahlt werde, könne das Land seinen Zahlungen nicht nachkommen. Zuletzt hatte es aber geheißen, auch eine Zahlung bis Anfang Juli werde ausreichen.

Der Vorsitzende der Gruppe der Euro-Finanzminister, Juncker, sagte nach einem Gespräch mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou, zusätzliche Finanzhilfen an Athen seien an strikte Bedingungen geknüpft. "Diese Bedingtheit wird eine freiwillige Einbeziehung des privaten Sektors einschließen", sagte er. Deutschland plädiert ganz entschieden für eine solche Beteiligung der Banken. Für ein neues Hilfspaket behalten sich in manchen Ländern allerdings die Regierungschefs das letzte Wort vor, in anderen - etwa in Deutschland - muss das Parlament zustimmen.

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  • Was Juncker hier bietet und vor allem, wie er mit unserem Geld hier um sich schmeißt, ist an Schamlosigkeit und Naivität nicht zu überbieten. Von was träumt der eigentlich in der Nacht? Griechenland wird seine Schulden niemals zurückbezahlen können! Es fehlt dort am politischen Willen und an der Einsicht breiter Bevölkerungsschichten, das Steuer- und Sozialversicherungsrecht radikal zu reformieren. Die Absichtserklärungen der griechischen Regierung sind nichts als Augenwischerei. Wenn Griechenland und in der Folge auch Portugal und Irland nur durch Finanzspritzen ungeheuren Ausmaßes in die Lage versetzt werden, den Euro zu behalten, wird es das Ende des Euro bedeuten!

  • Richtig erfasst! Aber diese weitere Zusage an Griechenland - wobei dieses Geld ja gar nicht dort landet - wird Frau Merkel noch bitter bereuen, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt! Die CDU/CSU hat trotz S 21 bis jetzt noch nicht begriffen, dass breite Bevölkerungsschichten plötzlich sehr viel politischer geworden sind und genau beobachten, was Politiker so treiben. Und wenn man die vielen Kommentare in diversen Foren liest, scheinen viele die Überzeugung zu haben, dass in Berlin eine erbärmliche Politik gemacht wird!

  • Deutschland sollte raus aus dem Euro und anschliessend die Drachme einführen. Griechenland ist mit dem Euro gut bedient.

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