Neue Irak-Reise
Osthoff bereitet Bundesregierung Sorge

„Oh, Gott“, dürfte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gedacht haben, als er von der neuerlichen Reise der früheren Geisel Susanne Osthoff in den Irak hörte. In der Öffentlichkeit drückte sich Deutschlands Chefdiplomat freilich etwas gewählter aus.

HB BERLIN/ARBIL. „Ich habe inzwischen bestätigt gehört, dass sie sich im Irak befindet“, sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. „Ich hoffe nur, dass sie den Irak baldmöglichst wieder verlässt.“ Das Auswärtige Amt hatte Osthoff nach ihrer Freilassung dringend empfohlen, nicht wieder in den Irak zu reisen. Alle Deutschen, die sich trotz der seit langem bestehenden Reisewarnung trotzdem in dem Land aufhalten, wurden zur Ausreise aufgefordert.

Osthoff war nach einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ am Mittwoch in der nordirakischen Provinzhauptstadt Arbil eingetroffen. Osthoff sagte dem Blatt, da sie sich von einem Großteil der Öffentlichkeit missverstanden fühle, habe sie keinen Grund gesehen, diese über ihre Motive zu informieren. Ihre Reise nach Arbil sei privat: „Ich bin hier, um Dinge zu erledigen, die noch zu erledigen sind.“

Möglicherweise will sich Osthoff in Arbil um eines ihrer Projekte kümmern: In der Zitadelle von Arbil will sie ein traditionelles Haus erhalten und in ein deutsch-kurdisches Kulturzentrum umbauen. Als Osthoff Ende November gekidnappt wurde, war sie nach eigenem Bekunden unterwegs, um den Wiederaufbau einer verfallenden Karawanserei in Mossul voranzutreiben, das ebenfalls im Nordirak liegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%