Neue Karikaturen veröffentlicht: Schweden will wütende Muslime beschwichtigen

Neue Karikaturen veröffentlicht
Schweden will wütende Muslime beschwichtigen

Die Regierung Schwedens ist wegen neuerlicher Mohammed-Karikaturen in Sorge, dass das Land ähnlich wie Nachbar Dänemark den Zorn von Moslems auf sich ziehen könnte. Denn eine rechts gerichtete Splitterpartei veröffentlichte im Internet neue Karikaturen des Propheten.

HB STOCKHOLM. Außenministerin Laila Freivalds sagte, in „gewissen Staaten“ seien bereits erste Reaktionen auf die Karikaturen zu verzeichnen. Die Zeichnungen könnten gravierende Konsequenzen für Schweden haben. Dabei geht es um Karikaturen des islamischen Propheten, die eine gegen Einwanderung gerichtete schwedische Splitterpartei auf die Internet-Seite ihrer Zeitung gestellt hat.

Die Partei namens Schwedische Demokraten hatte Leser aufgefordert, eigene Karikaturen zur Veröffentlichung einzusenden. Örtliche Medien berichteten, auf einem der Cartoons sei eine Mohammed-Figur vor einem Spiegel zu sehen, die eine Augenbinde mit der Aufschrift trage: „Dänischer Mohammed Selbszensur“. Auch die zuvor bereits in Dänemark erschienenen Mohammed-Karikaturen seien auf der Web-Seite zu sehen.

Nach Druck seitens der Regierung schloss ein schwedischer Internetanbieter schließlich die Seite der Partei. Wie die Vizechefin der Telefirma Levonline, Anna Larsson, am Freitag im Rundfunk sagte, sei die Schließung erfolgt, nachdem das Außenministerium und der Geheimdienst Säpo vorstellig geworden seien.

Trotz zahlreicher Aufrufe zur Mäßigung auch von moslemischer Seite war es jüngst in der islamischen Welt immer wieder zu gewaltsamen anti-europäischen Protesten gegen die zuerst in Dänemark abgedruckte Mohammed-Karikaturen gekommen. Eine aufgebrachte Menge hatte am Samstag an der dänischen Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus Feuer gelegt. In dem Gebäude war auch die schwedische Vertretung untergebracht.

Der Iran hatte am Montag mitgeteilt, wegen des Streits alle Wirtschaftskontakte mit Dänemark gekappt zu haben. Für viele Moslems ist jegliche Darstellung ihres Religionsstifters Mohammed gotteslästerlich. Auf den in Dänemark bereits im Herbst 2005 erschienenen und später in vielen westlichen Zeitungen nachgedruckten Zeichnungen ist der islamische Prophet unter anderem mit einer Bombe als Turban zu sehen.

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