Neue Marine-Doktrin
Russland nimmt Arktis und Atlantik ins Visier

Nach der neuen Militär-Doktrin gibt sich Russland auch eine überarbeitete Marine-Doktrin. Darin nimmt die Atommacht die Arktis und den Atlantik ins Visier. Moskau plant auch den Bau einer Atom-Eisbrecherflotte.
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MoskauRussland reagiert auf die Spannungen mit dem Westen mit einer Änderung seiner Marine-Doktrin. Präsident Wladimir Putin habe das bereits Anfang des Jahres ausgearbeitete Dokument bestätigt, teilte der Kreml in Moskau am Sonntag mit, dem feierlich begangenen Tag der russischen Kriegsmarine.

„Die wichtigsten Akzente liegen auf der Arktis und dem Atlantik“, sagte Vizeregierungschef Dmitri Rogosin bei einem Treffen mit Putin. Passend zum Marinetag präsentierte er dem Kremlchef auf einer Fregatte in der Ostsee-Hafenstadt Kaliningrad (früher Königsberg) die Änderungen. Mit dem Dokument erwidere Russland die Annäherung der Nato an die russischen Grenzen durch die Osterweiterung.

Zudem passe sich die Doktrin an die „Wiedervereinigung“ mit der Schwarzmeerhalbinsel Krim an, erklärte Rogosin einer Mitschrift des Kremls zufolge. Die Ukraine und der Westen sehen in der Einverleibung der Krim vom vergangenen Jahr einen Völkerrechtsbruch.

Die rohstoffreiche Arktis ist seit Jahren verstärkt zum Ziel der russischen Politik geworden. Militärisch und wirtschaftlich baut die Atommacht ihre Präsenz in der Region um den Nordpol aus. Der Kreml erhebt Anspruch auf reiche Öl- und Gasvorkommen, die in den Tiefen des arktischen Eises vermutet werden. Russland plane auch den Bau einer Atom-Eisbrecherflotte, sagte Rogosin. Das erste Schiff solle bereits 2017 seinen Dienst aufnehmen.

In dem 46 Seiten starken Dokument definiert Russland freundschaftliche Beziehungen zu China als Ziel seiner Aktivitäten im Pazifik. Wegen des Streits mit dem Westen in der Ukraine-Krise wirbt Russland bereits auch wirtschaftlich offen um gute Kontakte zu China. Vom Schulterschluss mit der asiatischen Atommacht erhofft sich der Kreml, ein Gegengewicht zur Dominanz vor allem der USA in den internationalen Beziehungen zu schaffen.

Die Marine-Doktrin, die auf einer bisherigen Version von 2001 aufbaut, knüpft an eine neue Militär-Doktrin an, die Russland bereits Ende Dezember angenommen hatte. Darin wurden der Konflikt in der Ukraine und die Nato-Osterweiterung als „Bedrohungen“ bezeichnet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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