Neue Militäraktion im Irak
Operation "Efeu-Blitz" gegen Saddam-Anhänger

Wegen der anhaltenden Angriffe auf ihre Soldaten im Irak haben die US-Streitkräfte am Montag eine neue Militäraktion gegen Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein begonnen.

Reuters TIKRIT. In der Nacht zuvor waren bei einem Bombenanschlag in der zentralirakischen Stadt Bakuba ein US-Soldat getötet und zwei weitere verletzt worden. Bei Tikrit wurden nach offiziellen Angaben drei Soldaten verletzt. Seit dem von US-Präsident George W. Bush Anfang Mai verkündeten Ende der Kriegshandlungen wurden bislang 56 amerikanische und sechs britische Soldaten getötet. Im südirakischen Basra kam es erneut zu Protesten gegen die britischen Besatzungstruppen. Wegen Stromausfalls wurde dort die wichtigste Ölraffinerie des Südens stillgelegt.

„Die Operation 'Ivy Lightning' (Efeu-Blitz) ist ein chirurgischer Schlag in abgelegenen Städten, ... um unnachgiebige Truppen und Anhänger des früheren Regimes zu isolieren und zu fangen, die Angriffe auf die Streitkräfte der Koalition planen“, sagte Oberstleutnant William Macdonald von der 4. Infanterie-Division in Tikrit. Die Operation konzentriere sich auf Kara Tappa rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad. Die Streitkräfte setzten dabei „Apache“-Hubschrauber, „Abrams“-Panzer und Panzergrenadiere ein.

Die Militäraufklärung geht nach Macdonalds Worten davon aus, dass sich um Kara Tappa hochrangige Anhänger Saddams versteckt halten, die wegen der US-Angriffe auf Tikrit von dort geflohen seien. Auch Saddam wurde noch nicht gefasst. Auf ihn haben die USA eine Kopfprämie von 25 Mill. Dollar ausgesetzt.

In dem von britischen Truppen kontrollierten Basra demonstrierten am Montag Hafenarbeiter für Arbeitsplätze und die Zahlung ausstehender Löhne. „Gott sei Dank haben sie den Tyrannen (Saddam) vertrieben. Aber wenn sie mit unseren Gehältern spielen, spielen sie mit unseren Lebensmitteln und dem Wasser“, sagte einer der Protestierenden.

Am Wochenende war es wegen anhaltender Stromausfälle zu Unruhen gekommen. US-Vertreter machten Anschläge auf Stromkabel dafür verantwortlich. Die für die Benzinversorgung wichtige Raffinerie in Basra wurde wegen Stromausfalls auf unbestimmte Zeit geschlossen. „Wir sind auf null“, sagte ein Sprecher des Raffinerie-Betreibers. „Die Generatoren funktionieren nicht. Wir haben vor, eine neue Turbine zu installieren, aber das könnte bis Ende September dauern.“ Britische Soldaten brachten mit 25 Tanklastern Benzin zu Tankstellen, wo sie zunächst mit Applaus begrüßt wurden. Die Freude der wartenden Iraker schlug aber schnell in Ärger um, als die Abgabe auf 25 Liter pro Fahrzeug rationiert wurde.

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