Neue Militärschläge befürchtet
USA bedrängen China wegen Nordkorea

Nach dem Angriff auf eine südkoreanische Insel setzt das kommunistische Nordkorea seine Drohgebärden fort. Die USA sind alarmiert, wollen aber eine Eskalation vermeiden. Sie sehen daher China in der Pflicht, klar gegen den kommunistischen Nachbarn Stellung zu beziehen.
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HB WASHINGTON. Peking müsse ein deutliches Signal an Pjöngjang senden, dass es die provokativen Akte gegen Südkorea beenden müsse, sagte der Sprecher des US- Außenministeriums, Philip Crowley, am Mittwoch in Washington. China solle klar machen, dass es die Verantwortung für die aktuellen Spannungen eindeutig bei Nordkorea sehe. „So wie wir auch“, sagte Crowley.

Bereits am Vortag hatte sich die US-Regierung angesichts des Angriffs entrüstet gezeigt. Präsident Barack Obama hatte die Bündnis- Partnerschaft mit Seoul bekräftigt und sich „empört“ geäußert. Auch will Obama die internationale Gemeinschaft zu einem geschlossenen Vorgehen gegen Nordkorea bewegen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il und sein als Nachfolger gehandelter Sohn Jong Un sollen wenige Stunden vor dem Artilleriebeschuss einer südkoreanischen Insel die betroffene Militärbasis des kommunistischen Landes besucht haben. Der Angriff sei wahrscheinlich von Kim Jong Il persönlich befohlen worden, berichtete die südkoreanische Zeitung „Joongang“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise. Eine offizielle Stellungnahme dazu lag nicht vor.

Südkoreanische Medien berichteten zudem, Vater und Sohn hätten den zuständigen General Kim Kyok Sik kurz vor dem Beschuss getroffen. Andere Medien berichteten, es werde nun versucht herauszufinden, ob der Besuch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem späteren Beschuss gestanden habe. „Joongang“ zitierte eine Person mit den Worten, die Berichte legten den Eindruck nahe, dass der Angriff minuziös geplant gewesen sei.

Nordkorea zeigte sich derweil unbeeindruckt von internationalem Druck und setzte seine Drohgebärden fort. Ohne zu zögern, werde die Volksarmee „eine zweite und dritte Runde von Vergeltungsschlägen ausführen, sollten Kriegstreiber in Südkorea erneut rücksichtlos militärisch provozieren“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Militärs.

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