Neue Militärstrategie: USA richten Fokus auf China

Neue Militärstrategie
USA richten Fokus auf China

Die USA planen einen Ausbau ihrer militärischen Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum - und gehen damit auf Konfrontationskurs zu China. Doch das aufstrebende Land hat in den letzten Jahren stark aufgeholt.
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PekingMit ihrer neuen Militärstrategie konzentrieren sich die USA stärker auf eine neue Bedrohung, die namentlich aber nicht genannt wird - das aufstrebende China. Die asiatische Macht baut seit Jahren ihre Marine aus, um die Dominanz der Amerikaner im Pazifik zurückzudrängen. Eher vage sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta, die USA wollten ihre Präsenz in der Asien-Pazifik-Region verstärken, die eine „wachsende Bedeutung“ für ihre Wirtschaft und Sicherheit habe. Doch asiatischen Beobachtern ist klar: Die neue Strategie im Pazifik zielt vor allem auf den erstarkten chinesischen Drachen.

Die neue Politik wird in Peking als Herausforderung empfunden. „Es ist kein normaler Schritt“, sagte der Professor für internationale Beziehungen, Shi Yinhong, von der Volksuniversität in Peking der Nachrichtenagentur dpa. Hinter dem „historischen“ Strategiewechsel stünden nicht nur knappe Kassen und zu hohe Kriegsausgaben, sondern auch „der Aufstieg Chinas und die Stärke des chinesischen Militärs“. Das US-Militär bewege sich ostwärts. „Ich denke, Chinas Regierung wird darüber nachdenken, dass sie sich jetzt einer komplizierteren strategischen Situation in Asien und der Pazifik-Region gegenüber sieht“, sagte der renommierte Professor.

Der Wettbewerb zwischen den USA und China sei „beispiellos in der Geschichte“, befand auch die Zeitung „Global Times“, die vom kommunistischen Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegeben wird und für ihre starken nationalistischen Töne bekannt ist. China sei ein „festes strategisches Ziel der USA“ geworden. „Mit seinen Bemühungen, die chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, hat Peking es nicht vermocht, die Sorgen der USA über seinen Aufstieg zu zerstreuen.“ China müsse auf seine Stärken setzen und sich der Eindämmungspolitik der USA widersetzen.

Jahrzehntelang schien vor allem ein potenzieller Krieg um Taiwan die Hauptsorge zu sein. Peking betrachtet die demokratische Inselrepublik als abtrünnige Provinz und droht mit einer gewaltsamen Rückeroberung. Doch haben sich weitere Krisenherde angesammelt. Mit Japan streitet China um Rohstoffvorkommen im Ostchinesischen Meer. Ein anderer Territorialkonflikt mit Vietnam, den Philippinen und anderen Nachbarn dreht sich um die Spratley-Inseln im Südchinesischen Meer, wo ebenfalls große Gas- und Ölvorkommen liegen sollen.

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