Neue Notenbankchefin: Zypriotin wird zweite Frau im EZB-Rat

Neue Notenbankchefin
Zypriotin wird zweite Frau im EZB-Rat

Chrystalla Georghadji wird die neue Chefin der zypriotischen Notenbank – und springt damit im EZB-Rat der Deutschen Sabine Lautenschläger bei. Georghadji steht vor dem Scherbenhaufen der zypriotischen Bankenkrise.
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NikosiaDie deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger bekommt weibliche Verstärkung im Rat der Europäischen Zentralbank. Zypern nominierte am Dienstag die 58-jährige Chrystalla Georghadji als neue Notenbankchefin des Inselstaates. Sie soll am 11. April Nachfolgerin von Panikos Demetriades werden. Georghadji war seit 1998 Rechnungshofpräsidentin Zyperns und hat sich dabei den Ruf als entschlossene Korruptionsbekämpferin erworben.

Sie wird nach ihrem Wechsel an die Spitze der Notenbank automatisch als Vertreterin Zyperns in den EZB-Rat einziehen, der über die Zinspolitik im Währungsraum entscheidet. In dem Gremium ist seit einigen Wochen mit der deutschen EZB-Direktorin Lautenschläger wieder eine Frau vertreten, nachdem der Rat lange Zeit eine reine Männerdomäne war.

Demetriades hatte zu Wochenbeginn seinen Rücktritt bei Zyperns Präsident Nikos Anastasiades eingereicht. Demetriades wird vorgeworfen, er habe sich im Frühjahr 2013 inkompetent verhalten, als sich Zyperns Bankenkrise zuspitzte und es zu einer internationalen Rettungsaktion für das Land kam.

Das Land ist wirtschaftlich noch immer schwer angeschlagen. Die Wirtschaft schrumpfte Ende vorigen Jahres zum Vorquartal um 0,8 Prozent und steckt damit weiter in der Rezession. Wie drastisch der Wirtschaftseinbruch ausfällt, zeigt der Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im letzten Quartal 2013 binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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