Neue Offensive erwogen
Türkischer Ministerpräsident droht PKK

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan hat eine größer angelegte Offensive gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak nicht ausgeschlossen. Die Operationen der Armee stehen auch auf der Tagesordnung des türkischen Parlaments.

HB ANKARA. Falls einen solchen grenzüberschreitenden Einsatz türkischer Soldaten gebe, richte er sich ausschließlich gegen "Terroristen" sagte Erdogan am Dienstag laut Fernsehberichten vor der Parlamentsfraktion seiner AK-Partei. Die Bevölkerung werde davon nicht betroffen sein.

Zugleich warnte der Premier davor, im Kampf gegen die PKK nur auf Polizei und Militär zu setzen. Es müsse auch politische, wirtschaftliche und soziale Maßnahmen geben.

Das türkische Parlament soll am Mittwoch die Genehmigung für die Armee verlängern, grenzübergreifend gegen die PKK vorzugehen. Eine Mehrheit gilt als sicher. Erst am Dienstagmorgen hatte die türkische Luftwaffe erneut PKK-Stellungen an der Grenze zum Irak angegriffen. Sie reagierte damit auf einen Überfall der PKK, bei dem am Freitag Armeeangaben zufolge nahe der Grenze zum Irak 17 türkische Soldaten und 23 Untergrundkämpfer getötet wurden.

Türkische Kampfflugzeuge flogen am Dienstag erneut Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der PKK im Nordirak. Die insgesamt 21 Ziele seien in einem Berggebiet nahe der irakischen Grenze zur Türkei unter Feuer genommen worden, teilte der türkische Generalstab in Ankara mit. Türkische Politiker brachten die Errichtung einer Pufferzone auf irakischer Seite der gemeinsamen Grenze ins Spiel. Diese soll die Türkei gegen weitere Angriffe der PKK abschirmen.

Im Februar hatte die türkische Armee während einer einwöchigen Bodenoffensive gegen PKK-Lager im Irak nach eigenen Angaben 240 Kämpfer der Gruppe getötet. Auch 27 türkische Soldaten starben bei Kämpfen während der Offensive, die sich auf das kurdische Autonomiegebiet des Nordiraks beschränkte. Die PKK wird in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 80er Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete von der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee mindestens 35 000 Menschen getötet.

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